Titanic-Schau mit echten Funden und Schicksalen

Teil einer Suite auf dem Luxusdampfer in originalgetreuer Nachbildung © Bild: /Premier exhibiton inc

Ab 26. März wird in der Tabakfabrik die Geschichte des Untergangs der Titanic erzählt – interaktiv, spannend und mit vielen Hintergrund-Infos.

Von 2200 Passagieren überlebten nur 700 Menschen die Katastrophe in der kalten Aprilnacht 1912. Die Titanic galt als "unsinkbar", niemand rechnete mit dem Unglück. An Bord des Luxusliners fehlte es allerdings an Rettungsbooten, professionellem Personal und einem ausgeklügelten Notfallplan – viele mussten das mit ihrem Leben bezahlen.

Mehr als ein Jahrhundert später bewegt das Unglück und die damit verbundenen Schicksale nach wie vor Menschen auf der ganzen Welt. Die amerikanische Wanderausstellung macht ab 26. März Station in der Linzer Tabakfabrik – mit lokalen Adaptierungen. "Wir haben dafür die Österreich-Bezüge stark herausgearbeitet", sagt Malte Fiebing-Petersen, wissenschaftlicher Beirat und Vorsitzender des Deutschen Titanic-Vereins. So waren zum Beispiel 47 Bürger der damaligen k.u.k.-Monarchie mit an Bord. Einer der 12 Bäcker hatte eine Spezialausbildung als "Vienna Baker" und war nur für die korrekte Produktion der Kaisersemmeln zuständig. An Bord war auch ein Mitglied der Wiener High Society, eine Amerikanerin namens Cordeza, mit ihrem Sohn Thomas, die mit 14 Schrankkoffern eine der beiden Luxus-Suiten der Titanic bezog. Kostenpunkt aus heutiger Sicht: 80.000 Euro pro Person und Passage.

Aus Wrack geborgen

Die Ausstellung in der Tabakfabrik kann mit 200 Original-Exponaten, die bei mehreren Tiefsee-Expeditionen aus dem Wrack der Titanic geborgen wurden, aufwarten. Außerdem gibt es originalgetreue Nachbauten verschiedener Räume des Schiffes. "Wir haben uns bemüht, jeden Wissensstand mit unseren Infos abzudecken. Die Schau ist sowohl für Titanic-Neulinge als auch für Insider gedacht", versichert Fiebing-Petersen. Eines seiner Lieblingsstücke in der Schau ist übrigens ein großes Bullauge, das sogar noch mit Glas erhalten ist – "es muss ins Meer gefallen sein, als die Titanic auseinanderbrach."

Infos: www.titanic-ausstellung.com

( kurier.at ) Erstellt am 20.03.2016