Chronik | Oberösterreich
30.03.2012

Teuflische Probleme mit Gottesmann

Ein Linzer Priester soll Kindern mit Erzählungen über den Teufel Angst eingejagt haben. Eltern fordern Konsequenzen.

Aufregung um einen Gottesmann der Linzer Pfarre Herz-Jesu. Elternvertreter  machen mobil gegen den als streng konservativ geltenden  Pfarradministrator  Dietmar Neubauer, der  für die Volksschule 10 zuständig ist. „Meine Tochter Anna-Lena ist einmal ganz verstört heimgekommen. Neubauer hat ihr und anderen Kindern erzählt, es gibt einen Teufel, der ihnen auf der Schulter sitzt und  böse Gedanken zuflüstert“, sagt Claudia Mülleder, Elternsprecherin der 3A.   Seitdem habe ihre Tochter Angst vor der Herz-Jesu-Kirche und wechsle die Straßenseite, wenn sie am Gebäude vorbeigehen muss.

Konsequenzen

Mülleder und ihre Mitstreiter fordern nun Konsequenzen. Es wurde sogar angedacht, Neubauer das Betreten der Schule zu verbieten. „Das wird rechtlich nicht möglich sein. Wir Eltern wollen aber, dass er sich von allen religiösen Angelegenheiten fernhält", betont die besorgte Mutter.
Auch Direktorin Romana Pramberger zeigt sich  gegenüber einem Aussperren  des Geistlichen  skeptisch. „Das ist nicht geplant. Wir verwehren uns nicht gegen die Kirche." Jedoch werde die Schule alle Eltern informieren, wann Veranstaltungen mit dem Pfarradministrator anstehen. Es sei  dann ihnen überlassen, ob sie ihre Kinder daran teilnehmen lassen.

Schon im vergangenen Jahr habe Mülleder ihre Tochter nicht zur Erstkommunionsvorbereitung geschickt, weil sie Vorbehalte gegen Neubauer hatte.  Damals feierten nur zwei von 14 Kindern der Schule das Fest in der  Herz-Jesu-Kirche. Die anderen erhielten ihre erste  Hostie  in der Pfarre St. Michael am Bindermichl.
Kritisch betrachtet auch der zuständige Dechant, Franz Peter Handlechner,   die Arbeit Neubauers. „Er ist seit drei Jahren Pfarradministrator. Probleme in dieser Richtung gab  es von Anfang an." Der umstrittene Geistliche gehöre der katholischen Erneuerungsbewegung Neokatechumenat an, die sehr stark mit dem „Bösen" arbeite. Der betroffene Priester selbst schweigt zu den Vorwürfen.

 

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