Chronik | Oberösterreich
17.03.2012

Tausend Tasten und 444 Ortstafeln

13 verschiedene Institutionen vereint das neue OÖ Kulturquartier unter einem Dach. Heute ist Tag der offenen Tür.

Berlin hat mit der Museumsinsel eines, Wien hat es mit dem Museumsquartier und seit gestern, Samstag, besitzt auch Linz eines. Die Rede ist vom neuen OÖ Kulturquartier. Dabei handelt es sich um einen Schulterschluss zwischen Ursulinenhof und OK Offenem Kulturhaus. Jetzt stehen im Zentrum der Stadt mehr als 3000 Quadratmeter für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Verfügung. Dazu kommen 2000 im Außenbereich.

Schwerpunkte

Im neuen Kulturquartier sind neben dem Veranstaltungszentrum 13 Einrichtungen untergebracht – unter anderem die Berufsvereinigung Bildender Künstler, das Programmkino Moviemento oder der u/hof: Theater für junges Publikum. Die verschiedenen Institutionen widmen sich jährlich auch Schwerpunktthemen. Heuer steht die Beschäftigung mit Klavier und Architektur auf dem Programm. „Wir wollen Kunst von der Klassik bis zur Moderne zeigen. Das spiegelt sich auch in den 13 Partnern wider. Und das Klavier ist das Verbindungsglied. Es ist die Mutter aller Instrumente. Viele Künstler haben sich an ihm abgearbeitet“, erklärt Martin Sturm, der künstlerische Leiter des OÖ Kulturquartiers. Den einzelnen Häusern sei freigestellt, ob sie bei den Schwerpunkten mitmachen. „Der Energiestrom kann nur fließen, wenn etwas freiwillig ist.“

Plätze

Auch der öffentliche Raum wird mit zeitlich begrenzten Projekten gefüllt. Am markantesten sind die 444 Ortstafeln aller oberösterreichischen Gemeinden an der Fassade des neuen Kulturzentrums. „Hier gibt es einen Unterschied zum Wiener Museumsquartier, das in einer großen Stadt liegt. Wir wollen ein Kulturquartier für alle Oberösterreicher sein. Die Tafeln sind ein ‚Grüß Gott‘ und bilden den Auftakt zu einer Beschäftigung mit der Region.“ Das sei schon beim Höhenrausch gut gelungen, wo viele Menschen aus ganz Oberösterreich nach Linz gekommen sind. Für den Sommer sei ein Sinnesrausch geplant, wo Teile des Parkdecks mit Installationen über das Sehen, Hören und Riechen bestückt werden.

Der amerikanische Künstler Micah Silver nimmt den Innenhof des Ursulinenhofs mit einer sternförmigen Installation aus ausrangierten Klavieren in Beschlag. Und beim Eingang zum Foyer können sich die Besucher den Weg durch wuchernde organische Gebilde aus Holz und Schaumstoff des brasilianischen Künstlers Henrique Oliveira bahnen.

Und auch den OK Platz sollen Installationen beleben. „Wichtig ist, dass man nicht nur im Museum auf die Besucher wartet, sondern auch auf die Besucher zugeht“, erklärt Sturm.

Programm

Heute, Sonntag, lädt das OÖ Kulturquartier zwischen 11 und 18 Uhr zum Tag der offenen Tür. Gäste können beim Tag der tausend Tasten auf zwölf Instrumenten ihr pianistisches Können unter Beweis stellen oder sich erstmals am Klavier probieren. Gefahr, dass das leibliche Wohl zu kurz kommt, besteht nicht. Beim 4/viertel Suppenfest warten Spitzenköche mit ihren Frühlingssuppen auf. Das Besondere dabei ist, dass die Speisen aus umgebauten Müllcontainern namens „kantinenstrauss“ kommen. Diese werden bei bestimmten Anlässen am OK-Platz aufgebaut und unter anderem am letzten Donnerstag im Monat zum Einsatz kommen.

„Der Ursulinenhof als Zentrum der Künstlervereinigungen und das OK als Produktionsstätte für zeitgenössische Kunst haben eine getrennte Entwicklung genommen“, sagt Landeshauptmann und Kulturreferent Josef Pühringer.

„Gemeinsame Projekte in der Vergangenheit haben gezeigt, dass man die Häuser zusammenführen kann, um noch anspruchsvollere und größere Sachen zu machen.“

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