Chronik | Oberösterreich
28.01.2018

Stromausfall: Zeit für Kerzenschein und Kurbelradio

Tipps. Laut Enamo-Geschäftsführer Josef Siligan gibt es mehrere Möglichkeiten, sich auf einen Störfall vorzubereiten.

"Das Wichtigste und Schwierigste bei einem Stromausfall ist, Ruhe zu bewahren. Wenn etwas nicht wie geplant funktioniert, wird man unrund. Das sollte nicht passieren", meint Josef Siligan auf Anfrage des KURIER. Er ist Geschäftsführer der Enamo, einem Zusammenschluss von Energie AG und Linz AG.

Außerdem stelle ein Stromausfall an sich keinen Notfall dar. "Ein Stromausfall alleine ist noch kein Grund, die Einsatzorganisationen zu verständigen." Der nächste Schritt sei, die Sicherungen im hauseigenen Schaltkasten zu überprüfen. "Vielfach liegt dort die Ursache. Wenn nicht, ist es sinnvoll, die Störungshotlines des eigenen Stromanbieters zu nutzen, um Informationen zu bekommen." Am besten sei, auf der Stromrechnung nachzusehen, wer der Anbieter ist. Die Nachbarn zu fragen, ob sie auch betroffen sind, könne hilfreich sein.

"Was man nicht vergessen sollte ist, mögliche Gefahrenquellen auszuschalten, die einen Folgeunfall verursachen können." Wenn zum Beispiel eine Herdplatte eingeschaltet bleibt, wird sie heiß, wenn der Strom wieder da ist. "Oft denkt man später nicht mehr daran." Generell energiesparend, aber bei einem Stromausfall empfehlenswert sei, Kühl- und Gefrierschränke nur kurz zu öffnen und bei zu geringer Kühlung eventuell die Dinge ins Freie zu stellen. "Lagernd sein sollten Taschenlampen mit oder ohne Batterien, Kerzen und Zündhölzer. Bei längerem Ausfall ist es auch kein Fehler, Trinkwasser und Nahrung für ein paar Tage zu Hause zu haben." Auch ein Campingkocher könne hilfreich werden. Ein kurbel- oder batteriebetriebener Radio sei vor allem bei alleinstehenden Häusern sinnvoll, um an wichtige Informationen zu gelangen. Krankenhäuser sind laut Siligan in der Regel mit Notstromaggregaten ausgestattet, um durchgehenden Betrieb gewährleisten zu können.

Insgesamt 9.889 Haushalte in Oberösterreich waren am vergangenen Sonntag von einem Stromausfall betroffen, unter anderem in Lichtenberg, Zwettl an der Rodl, Bad Leonfelden, kurz in Kleinzell im Mühlkreis und teils auch in Vöcklabruck.

Netzstabilität nimmt zu

Aufgrund der Schneelast umgestürzte Bäume und dadurch beschädigte Leitungen seien in den meisten Fällen die Ursache gewesen, sagt Siligan. "Es hat mehrere aufeinander folgende Ausfälle gegeben. Das Beheben sei im Mühlviertel aufgrund der Schneefälle nicht einfach gewesen", meint Linz AG-Pressesprecherin Susanne Gillhofer gegenüber dem KURIER.

Am Wochenende sei der Ausfall spürbarer, weil mehr Menschen zu Hause sind. "Heute merken wir einen Stromausfall schneller, weil bei die Programmierung eines Geräts oft nach wenigen Stunden gelöscht wird." Die Gesamtentwicklung zeigt laut Siligan zwei Richtungen auf: Es werde verstärkt auf solarbetriebene Stationen gesetzt. Wenn Stürme häufiger werden, müsse man aufgrund des Bewölkungs-grades öfter manuell eingreifen. Die Netzstabilität nehme jedoch durch von zwei Seiten nutzbare Leitungen zu.