Chronik | Oberösterreich
10.08.2017

Stadtchef: "Mir bleibt nur die Sperre"

Kommune könnte Gratis-Parkplatz für Pendler schließen. Gutachten zwingt zum Handeln am Urfahr-Markt.

Die angespannte Verkehrssituation in Linz droht sich in den nächsten Tagen weiter zu verschärfen. Im Konflikt um die beschlossene Gebührenpflicht am als Gratisparkplatz genützten Jahrmarktgelände im Stadtteil Urfahr nehmen die Anzeichen zu, dass die 1200 Stellplätze bald überhaupt gesperrt werden müssen.

Ein Rechtsgutachten, das nach Aufforderung durch die Landesbehörde in Auftrag gegeben wurde, könnte der Stadt Linz keine andere Wahl mehr lassen, als das Jahrmarktgelände für den Verkehr dicht zu machen. Das meint zumindest Verkehrsstadtrat Markus Hein von der FPÖ. "Die Gefahr dafür ist leider sehr groß", kündigt er konkrete Mitteilungen für die nächste Woche an.

Hauptgeschädigte wären vor allem Hunderte Pendler aus dem Mühlviertel. Aber auch Tagesausflügler oder oder Geschäftskunden müssten sich andere Stellplätze suchen. "Meine Frau ist täglich auf diesen Parkplatz angewiesen. Gebührenpflicht oder eine Sperre wären ein Wahnsinn", erklärt Simon Ebner aus Hagenberg (Bezirk Freistadt) bei einem Lokalaugenschein. Das Urfahraner Gelände, auf dem zwei Mal im Jahr der Jahrmarkt abgehalten wird‚ sei der einzige unentgeltliche Parkplatz in Linz und für viele enorm wichtig. Das meint auch eine Pkw-Lenkerin aus Puchenau. "Ich kenne viele, die aus dem nördlichsten Oberösterreich hierher zur Arbeit fahren. Park-and-Ride-Plätze gibt viel zu wenige. Sie sind darauf angewiesen, dass sie hier parken können", ist Veronika Scheuchenpflug aus Ulrichsberg (Bezirk Rohrbach) überzeugt.

Zu dem Szenario, dass gesperrt werden könnte, führte die Intervention des Landes OÖ rund um die Widmung des Jahrmarktgeländes. Als die Kommune beginnen wollte, die von der rot-blauen Stadtregierung beschlossenen Gebührenautomaten am Areal zu installieren, rüttelte ein Brief der OÖ Raumordnungsbehörde die Linzer Verantwortlichen auf.

Grünland

Die Fläche in Urfahr ist als Veranstaltungsgelände und Grünland gewidmet, hieß es. Bei einer allfälligen Umwidmung sei wahrscheinlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig.

"Sollte die von uns beauftragte Expertise das bestätigen, bleibt mir nur die Sperre übrig", ist auch Bürgermeister Klaus Luger, SPÖ überzeugt. Er werde der Aufsichtsbehörde keinen Grund zum Einschreiten wegen einer widerrechtlichen Nutzung bieten, meinte er gegenüber dem KURIER. Aufgrund der Größe der Fläche und der Luftschutzbestimmungen rechnet Hein mit einer UVP-Pflicht. Ein Verfahren würde mindestens zwei Jahre dauern. Kurios empfindet er, dass die Stadt vor zehn vom Land OÖ aufgefordert wurde die Fläche wegen der Parkplatznutzung zu versiegeln. Geparkt wird auf dem Gelände schon seit rund drei Jahrzehnten.