Schwerer Verdacht: Mann missbrauchte seine Familie

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Ein 66-Jähriger soll sich an sechs Kindern im Alter zwischen zehn und 16 vergangen haben. Der Pensionist sitzt in U-Haft.

Die Schwere der Vorwürfe macht Außenstehende fassungslos. Ein 66-jähriger Pensionist aus dem Raum Bad Hall soll sich jahrelang nicht nur an Mitgliedern der eigenen Familie, sondern auch an Freundinnen seiner Enkelin vergangen haben. Der Verdächtige wurde am Wochenende in Untersuchungshaft genommen, er sitzt nun in der Justizanstalt Garsten ein.

„Bisher gibt es schon sechs mutmaßliche Opfer, von denen drei aus dem Familienbund stammen“, bestätigt Andreas Pechatschek, Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr. Die sexuellen Übergriffe sollen in den vergangenen vier Jahren stattgefunden haben. Der Mann soll wiederholt seinen Sohn, die Enkelin, deren Freundinnen und auch ein Pflegekind der Tochter missbraucht haben. Die Betroffenen waren zum Tatzeitpunkt erst zwischen zehn und 16 Jahren alt. Der bei Weitem gelindeste Vorwurf lautet, dass er seinen Sohn beim Eincremen unsittlich berührt haben soll.

 

Der 66-Jährige hat keine einschlägigen Vorstrafen, er galt bisher als unauffällig. Der Fall flog auf, weil sich eines der mutmaßlichen Opfer – ein Kind, das nicht zur Familie gehört – an Mitarbeiter eines Kinderschutzzentrums in Steyr gewandt hatte. Pechatschek: „Es hat dort entsprechende Andeutungen gemacht, die massiv waren. Die polizeilichen Ermittlungen im Familien­bereich haben dann weitere Verdachtsfälle ans Tageslicht gebracht.“

Die Erhebungen seien noch im Laufen. Computer wurden beschlagnahmt. Und in den kommenden zwei Wochen sollen die Opfer durch Haft- und Rechtschutzrichter unter Beiziehung eines psychologischen Sachverständigen kontradiktorisch einvernommen werden. „Der Pensionist wird auch von seiner Ehefrau belastet, die behauptet, dass er sie in den vergangenen Jahren mehrmals vergewaltigt haben soll.“

Der Beschuldigte streitet alle Vorwürfe ab.

( Kurier ) Erstellt am 28.03.2012