Schlüpfrige SMS kostet 1000 Euro

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Die Verhandlungen mit einer Ex-Mitarbeiterin über das ausstehende Gehalt ließen einen Vorgesetzten komplett entgleisen.

Eine junge Frau, die nach drei Tagen in einem Linzer Geschäft wegen Unstimmigkeiten mit dem Chef gekündigt hatte, hat daraufhin von ihrem Vorgesetzten schlüpfrige SMS bekommen, als sie um ihr ausstehendes Gehalt verhandelte, berichtete die Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich am Dienstag. Mithilfe der AK klagte die Ex-Angestellte und bekam 1000 Euro.

Der Ex-Chef hatte der Frau bereits 84 Euro für den zweiten und dritten Tag ihrer Beschäftigung bezahlt. Wenige Tage nach ihrer Kündigung erkundigte er sich per SMS nach ihrer restlichen Gehaltsforderung. Sie verlangte 50 Euro. Daraufhin kamen mehrere Mitteilungen mit eindeutigen Botschaften. Die Frau wandte sich an die AK. Dort kam ans Licht, dass sie erst am zweiten Tag ihrer Beschäftigung bei der Gebietskrankenkasse angemeldet wurde, und dass es sich bei den SMS um sexuelle Belästigung handle.

Mehr als nur "echte Handgreiflichkeiten"

Das sah auch der zuständige Richter so. Die junge Frau bekam 1000 Euro Entschädigung zugesprochen. Der Tatbestand der sexuellen Belästigung gehe weit über "echte Handgreiflichkeiten" hinaus, so die AK.

Präsident Johann Kalliauer sieht noch viel Aufklärungsbedarf: "Wir raten allen Betroffenen, sich an die AK-Gleichbehandlungsberatung zu wenden. Je mehr solche Urteile wir erreichen, desto eher wird sich etwas ändern", hieß es in der Aussendung.

Erstellt am 10.04.2012