"Schärdinand" befragte die Kindergarten-Kinder

© honorarfrei/Josef Ertl

Weltmilchtag
06/05/2016

Qualität ist das Um und Auf

Schärdinger und der ORF feierten den Wert des Lebensmittels Milch.

von Josef Ertl

"Und wo lebt die Kuh?", wollte Schärdinand von den Kleinen des Kindergartens der Linzer Garnisonstraße wissen. "Im Koffer", rief ihm ein Knirps zu. Der Kleine hatte die Lacher auf seiner Seite. Doch ansonsten konnten die Kinder alle Fragen von Schärdinand richtig beantworten. Jedes wurde mit einer Jausentausche voll mit Spezialitäten von Schärdinger belohnt.

Hunderte Interessierte strömten Mittwoch ins Linzer ORF-Studio am Europaplatz, um beim Fest zum Weltmilchtag dabei zu sein. Schon beim Eingang wurden Brote mit geschmolzenem Käse angeboten. Im Foyer setzte sich der Augen- und Gaumenschmaus fort. Josef Stindl, Leiter der Schärdinger Käseakademie, bot an seinem Tisch alle möglichen Sorten zum Verkosten an: vom Milden bis zum würzigen Blauschimmel. Auf die Frage von ORF-Moderatorin Jutta Mocuba, welche Sorten derzeit die Renner seien, nannte er alle geräucherten Käsearten und den Weinkäse.

Milchkönigin Michaela Zöchlinger aus Waldhausen (Bez. Perg) lobte die Qualität der Produkte, die aus der Milch der 166.000 oberösterreichischen Milchkühe gewonnen werden. Auch Johann Schneeberger, Obmann der bäuerlichen Genossenschaft Berglandmilch, kennt nur eine Antwort auf den niedrigen Milchpreis, der unter 30 Cent pro Liter angekommen ist: "Qualität, Qualität und wieder Qualität. Derartig gute Umweltbedingungen wie in Österreich gibt es sonst nirgends auf der Welt." In den Niederlanden sei es längst nicht mehr selbstverständlich, dass die Kühe dasselbe Wasser wie die Menschen trinken. Die besten Milchlieferanten wurden von Schneeberger, seinem Stellvertreter Martin Stockenreiter und Geschäftsführer Josef Braunsberger ausgezeichnet. Es gewann Edeltraud Gurl aus Pabneukirchen vor der Familie Brettlbacher aus Waldzell. Vierte wurde Franziska Eidinger aus Esternberg.

Die Krise am Milchmarkt bewegte die politischen Gemüter. ÖVP-Geschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer rief dazu auf, die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern wertzuschätzen. "In meiner Schulzeit war ich Schulmilchkassier, heute trinke ich Lattella", erzählte er. Rudolf Binder, Direktor des Raiffeisenverbandes Oberösterreich, sieht in der europäischen Überproduktion die Hauptursache für den Preisverfall. Die Hauptübeltäter säßen in den den Niederlanden und in Irland, die österreichischen Bauern seien die Leidtragenden.

Obmann Schneeberger hält wenig von Subventionen. "100 Millionen Euro, wie sie in Deutschland diskutiert werden, bringen uns einen größeren Imageschaden als Nutzen. Denn es heißt sofort wieder, die Bauern halten die Hand auf." Allein ein Cent Preisverfall mache im Monat eine Million Euro aus. Der Milchpreis sei aber um 30 Prozent gefallen. Seine Schlussfolgerung: "Es gibt keine einfachen Rezepte. Man kann diskutieren. Man muss an allen Schrauben drehen, aber in Zeiten der freien Marktwirtschaft halten sich die Möglichkeiten in Grenzen."

Seine Erwartungshaltung gegenüber dem Milchdialog, der am 14. Juni im Parlament stattfindet, ist "nicht sehr hoch".

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