Chronik | Oberösterreich
28.01.2012

Pühringer auf Distanz zur Rechten

Landeshauptmann Pühringer wird trotz Kritik den Linzer Burschenbundball besuchen. Gleichzeitig geht er auf Distanz zu jeglicher Art von „Deutschtümelei“.

Landeshauptmann Josef Pühringer kann die Kritik an seinem Besuch beim Ball der Burschenschafter und freiheitlichen Akademiker am 11. Febraur im Linzer Vereinshaus nicht verstehen. „Die oberösterreichischen Landeshauptleute gehen seit Jahrzehnten aus Tradition hin. Das läuft dort ohne jeden Aktionismus ab. Es ist ein Ball wie jeder andere kultivierte Linzer Ball. Wenn es nur eine Spur von Rechtstümelei gäbe, wäre ich nicht dort. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich gegen derartige Aktivitäten von der rechten Seite völlig immun bin. Geredet habe ich dort noch nie, das werde ich auch heuer nicht tun.“ Die Landeshauptleute würden seit Jahrzehnten eingeladen. Er wolle mit dieser alten Tradition nicht brechen. „Ich sehe keinen Grund, dort nicht hinzugehen, nur weil in Wien Unruhen sind.“ In Wien sei die Situation eine ganz andere.

Unterstützung erhält Pühringer vom freiheitlichen Landesparteiobmann und Landesrat Manfred Haimbuchner. „Es ist eine Sauerei, wie man hier versucht, den Landeshauptmann anzuschütten.“ Haimbuchner selbst ist nicht Burschenschafter, sondern Mitglied einer „liberalen Corps-Verbindung, den ersten Studentenverbindungen überhaupt“.

SPÖ-Landesgeschäftsführer Christian Horner, die grüne Menschenrechtssprecherin Maria Buchmayr und Robert Eiter, der Sprecher des Antifaschistenetzwerkes, haben den Ballbesuch Pühringers kritisiert. Horner: „Es ist befremdend, solchen Ewiggestrigen die Aufwartung zu machen.“