Chronik | Oberösterreich
02.02.2012

Postbeamter verfolgte schießenden Räuber

23-jähriger Wiener, der in Eberstalzell die Sparkasse überfallen hatte, wurde nach kurzer Flucht gefasst

In der beschaulichen Gemeinde Eberstalzell war es Donnerstagfrüh – kurz nach 8 Uhr – mit der gewohnten Ruhe schlagartig vorbei.
„Ich hab’ lautes Hupen gehört und dann zwei Schüsse“, erzählt Bäckermeister Heinrich Schmidler.  in seinem Laden befand sich auch eine Kundin mit ihrem Kleinkind. „Polizisten haben uns nur wenig später erklärt, dass wir alle von den Fenstern wegbleiben sollen.“ Dem Friseur-Lehrmädchen Angelika Wagner erging es ähnlich: „Ich wollte beim Automaten vor dem Laden Zigaretten nachfüllen. Eine Radlerin ist stehen geblieben und hat gesagt, dass  wir uns einsperren sollen, weil ein Mann mit einer Pistole durch den Ort rennt.“ Sie und ihr Chef Herbert Kohler befolgten sofort den Rat. „Dann ist aber unser Postzusteller, der Werner, vorbeigefahren und hat geschrien, dass wir die Polizei anrufen sollen, weil die Sparkasse überfallen worden ist.“

Beharrlich

Doch was war geschehen? Um 8.10 Uhr ist ein Räuber in die Bank-Filiale gestürmt und hat die anwesende Angestellte mit einer Waffe bedroht. Der mit einer Maske vermummte Täter forderte in gebrochenem Deutsch Geld. Dann bediente er sich selbst und flüchtete zu Fuß mit der Beute in Richtung Ortszentrum. Dabei wurde er von dem aufmerksamen Postler beobachtet, der in seinem Wagen  die Verfolgung aufnahm. Der Zusteller ließ sich nicht einmal von zwei Warnschüssen abhalten, die der Räuber in die Luft abgab. Stattdessen hupte er laut und machte die Bevölkerung auf sich aufmerksam. Nach etwa 300 Metern lief der Täter zu einer Holzhütte, in der er sich verschanzte. Polizei und Cobra riegelten das Areal systematisch ab und konnten den 23-jährigen Wiener überwältigen. „Der Zusteller hat durch seine gute Wahrnehmung die rasche Festnahme erleichtert“, lobt Bezirksinspektor Adolf Wöss.