Chronik | Oberösterreich
03.01.2013

Plus 9,2 Prozent bei Arbeitslosen

Höchster Anstieg aller Länder / Baugewerbe und Industrie betroffen.

Ernüchternde Zahlen kommen vom Arbeitsmarktservice (AMS) Oberösterreich: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Dezember im Vergleich zu den anderen acht Bundesländern am stärksten gestiegen – um 3361 Personen (+9,2 Prozent) gegenüber dem Vorjahr (siehe auch Seite 11). Damit waren am Monatsende 39.972 Leute ohne Arbeit, dazu kommen noch 9787 Menschen in Schulungen. Gleich dahinter folgt die Steiermark (+8,0). Am niedrigsten fiel die Zunahme in NÖ (+4,7) und Wien (+4,9) aus. Birgit Gerstorfer, Geschäftsführerin des AMS OÖ, spricht dennoch von einer leichten Entschärfung. „Unsere Prognosen waren deutlich schlechter.“

Viel Industrie

Der Dezember sei immer schwierig, weil im Baugewerbe alles ruht. „Außerdem haben wir in unserem Bundesland viel Industrie, die mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen hat“, betont Gerstorfer. Die Arbeitslosigkeit ist in allen Bezirken gestiegen – am heftigsten in Linz (+1135 Personen/17 Prozent), in Traun (+379/10,7) und in Steyr (+368/11,6). Gerstorfer: „Am höchsten war der Zuwachs bei Männern zwischen 20 und 34 Jahren.“ Auch die Zahl der Lehrstellensuchenden ist in Oberösterreich um 3,9 Prozent auf 2248 gestiegen. Und das, obwohl es momentan 3750 offene Ausbildungsstellen gebe. Gerstorfer rechnet mit einem verhaltenen Wirtschaftswachstum bis Juni. „Ab Mitte des Jahres sollte sich die Situation dann beruhigen.“

Das Forschungsinstitut Synthesis, das eng mit dem AMS zusammenarbeitet, geht davon aus, dass es 2013 in Oberösterreich um 4100 Beschäftigte mehr geben wird als im Vorjahr. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent im Dezember liegt Oberösterreich hinter Salzburg, Tirol und Vorarlberg an vierter Stelle, klares Schlusslicht ist Kärnten mit 12,7 Prozent.

Positiv sieht ÖVP-Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl, dass 2012 „durchschnittlich mehr als 616.000 Leute in Beschäftigung waren“. Das sei ein Rekordwert. Sorgen machen Sigl die fehlenden Fachkräfte. „Bis zum Jahr 2050 werden das 50.000 Personen sein. Wir starten nun eine Offensive in Richtung Jugendliche, die nach der Pflichtschule keine Ausbildung mehr machen.“