Notfall-Roboter schlägt Alarm

© Bild: Fontys University of Applied Science

Forscher der Linzer Uni entwickelten einen Apparat, der gesundheitliche Probleme bei älteren Menschen bemerkt.

Bei älteren Menschen können selbst kleinste Unfälle oder akute Änderungen der Gesundheit zu einer regelrechten Falle mit  dramatischen Folgen werden“, betont Luigi del Re, Professor am Mechatronik-Institut der Johannes-Kepler-Universität Linz.


Der Wissenschaftler hat deshalb mit seinem Team  einen sogenannten „Home-Care-Roboter“ entwickelt. Er  sorgt dafür, dass Senioren länger selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben können. Der Apparat schlägt in brenzligen Situationen wie Unfällen Alarm.  
Viele betagte Menschen wohnen alleine und es kann  lange dauern, bis  Angehörige und Nachbarn  davon etwas bemerken. „Die Maschine steht in der Ecke und macht sich, wenn es eine Notlage erkennt, auf die Suche nach den Personen“, erklärt Harald Kirchsteiger, der an dem EU-Projekt mitgearbeitet hat.
Neben Linzer Forschern haben sich Partner aus Italien, Tschechien und den Niederlanden an der 18 Monate dauernden Entwicklung des Geräts beteiligt.

Sensoren

Der 40 Zentimeter große Roboter steht in Kontakt mit zwei  Elektroden, die auf die Haut aufgeklebt werden, und ihm regelmäßig Signale wie die Hauttemperatur und  Herzschläge zusenden. Mit dem EKG erkennt der Roboter Atemstillstände während    des Schlafs, an denen viele ältere und  übergewichtige Menschen leiden. Außerdem kann die  Maschine die Körperbeschleunigung messen und  einen Sturz bemerken.


Damit es zu keinen Fehlalarmen kommt, nimmt der „Home-Care-Roboter “ Kontakt mit der betroffenen  Person auf. „Das funktioniert durch einfache Fragen.  Sind Sie gestürzt?  Brauchen Sie Hilfe? Das können die Personen mit  einem ,Ja’ oder ,Nein’ beantworten“, erklärt Kirchsteiger. Wenn es sich wirklich um  einen Notfall handelt, holt das Gerät Hilfe.
Einen Wermutstropfen hat die Erfindung: Sie geht noch nicht in die Serienproduktion. Allerdings liefert sie wichtige Erkenntnisse für die Entwicklung neuer Systeme für Senioren.

( Kurier ) Erstellt am 13.12.2011