Chronik | Oberösterreich
19.08.2017

Neuer Widerstand gegen Endlager für Atommüll

Tschechiens Atommeiler bleiben im Fokus der oberösterreichischen Atompolitik.

Das Land Oberösterreich wehrt sich einmal mehr gegen ein mögliches Atommüll-Endlager in Tschechien. Am Montag wird die Landesregierung deshalb eine Stellungnahme gegen den aktualisierten Entwurf für Atommüll-Endlager mit insgesamt neun möglichen Standorten verabschieden.

Einen kleinen Teilerfolg kann man in Oberösterreich vorerst dennoch vermelden. Tschechien hat den nur 17 Kilometer von der oberösterreichischen Grenze vorgesehenen möglichen Lagerstandort Boletice wegen der Proteste der Nachbarländer definitiv gestrichen. Die nächsten möglichen Lager sind aber bereits in 60 oder 73 Kilometer Entfernung zu finden

Das aus 2002 stammende Konzept der Entsorgungsagentur "Surao" sollte bis 2015 erneuert werden. Im nun mit Verspätung vorliegenden überarbeiteten Plan kann der oö. Antiatom-Beauftragte Dalibor Strasky wenig Verbesserung finden. "Es ist nicht möglich, die Umweltauswirkungen der Endlager zu prüfen ", beklagt er.

Vier Orte

Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) sieht in dem Konzept "nicht die sichersten, sondern die am leichtesten realisierbaren Standorte" beschrieben. In den tschechischen Regionen formiere sich Widerstand. Nun habe die Agentur auch die Kraftwerksorte Temelin und Dukovany als mögliche Endlagerstätten präsentiert, kritisiert Anschober. 2018 sollen jedenfalls nach einer ersten Standortauslese nur mehr vier Orte übrig bleiben.

Derzeit fallen in den beiden Kernkraftwerken jährlich 100 Tonnen hoch radioaktives Material durch abgebrannte Brennstäbe an. Bei den vorliegenden Ausbauplänen droht bis 2065 eine Menge von 10.000 Tonnen, die hunderttausende Jahre sicher gelagert werden muss.