Zwei Tage nach Brandanschlag auf Quartier in Altenfelden wurden Flüchtlinge in Enns bedroht

© APA/STRINGER

Oberösterreich
06/03/2016

Neuer Übergriff: Asylwerber aus Somalia auf Parkplatz mit Pistole bedroht

Anfeindungen gegen Flüchtlinge: Fünf Afrikaner vor Supermarkt in Enns attackiert.

von Jürgen Pachner

Einer neuer Fall massiver Anfeindungen gegen Flüchtlinge soll sich am Donnerstagabend in der oberösterreichischen Stadt Enns zugetragen haben. Ein Unbekannter soll fünf somalische Flüchtlinge mit einer Faustfeuerwaffe bedroht haben.

Der Vorfall trug sich offenbar gegen 17.30 Uhr auf dem Parkplatz eines Supermarktes zu. Ein etwa 30 bis 35 Jahre alter Mann soll seinen Pkw neben den Asylwerbern angehalten haben. Er dürfte die Seitenscheibe herabgelassen und plötzlich mit einer Pistole in Richtung der fünf Afrikaner gezielt haben. "Das Ganze soll völlig wortlos vor sich gegangen sein, es gab keine Drohungen oder sonstige Unmutsäußerungen", bestätigt Bernd Innendorfer von der Landespolizeidirektion.

Die fünf Somalier sollen daraufhin in Panik zu Fuß die Flucht ergriffen haben. Sie rannten in ihr Grundversorgungsquartier und alarmierten eine Flüchtlingsbetreuerin, die sofort die Polizei informierte. Eine Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter blieb jedoch erfolglos. Bei dem Gesuchten soll es sich um einen dicklichen Mann mit schwarzen, zu einem Zopf gebundenen Haaren handeln.

Er trug den Angaben zufolge eine schwarze, kurze Hose sowie ein kurzärmeliges T-Shirt. Der Verdächtige war in einer hellblauen Limousine mit Stufenheck unterwegs. Das Fahrzeugkennzeichen begann mit LL (für den Bezirk Linz-Land). Die Polizei ermittelt vorerst wegen gefährlicher Drohung.

Brandanschlag

Noch keine konkreten Verdächtigen scheint es im Fall desBrandanschlags auf ein noch nicht bezogenes Asylwerberquartier in Altenfeldenzu geben. Bei der Polizei war man auch am Freitag dabei, Hinweisen, die aus der Bevölkerung eingegangen waren, nachzugehen. Ermittelt wird in alle Richtungen. "Das muss ein Ausrutscher bleiben", sagte Innenminister Wolfgang Sobotka, bei einem Besuch in Oberösterreich zu der Causa.
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