Chronik | Oberösterreich
04.11.2017

Neue Brücke: Unternehmern platzt der Kragen

Wirtschaft im Enns-Donauwinkel und im südlichen Mühlviertel steigt mit Initiative "DoNeubrücke" auf die Barrikaden.

"Wir werden solange keine Ruhe geben, bis der Baustart für die neue vierspurige Donaubrücke erfolgt ist." Der Mauthausner Unternehmer Leonhard Helbich-Poschacher stellte gestern im Namen von Dutzenden Unternehmern und Belegschaftsvertretern aus der Grenzregion zwischen Nieder- und Oberösterreich die Initiative " DoNeubrücke" vor. Das täglich von rund 22.000 Fahrzeugen verursachte Stauchaos auf der 56 Jahre alten Mauthausner Donaubrücke wollen die Aktivisten nicht mehr hinnehmen.

"Uns ist Ankündigungspolitik zu wenig. Wir verlangen, dass die Politiker handeln und einen Brückenneubau zur Chefsache der Landeshauptleute zwischen Ober- und Niederösterreich machen", fordert Helbich-Poschacher, dessen Vater einst mit Bundeskanzler Julius Raab die jetzige Mauthausner Brücke initiierte.

Staus

Für die wenigen Kilometer zwischen St. Valentin, NÖ, und Mauthausen müssten seine Mitarbeiter fast täglich 40 Minuten im Stau zubringen, nennt Helbich-Poschacher ein Beispiel für das Verkehrsproblem, das die Region belaste. Angesichts der Prognose, dass es bis 2030 30 Prozent mehr Verkehr gibt, ist die Hälfte von 106 in der Region ansässigen Betrieben aktiv bei der Initiative dabei. Betriebe wie Engel in Schwertberg oder Hasenöhrl in St. Pantaleon machen mit.

Über einen Blog im Internet (www.doneubruecke.jetzt) und einen Facebook-Auftritt soll die Bevölkerung in die Kampagne eingebunden werden. Klar ist für alle Beteiligten, dass nur ein kolportierte 56 Millionen Euro teurer Neubau östlich des jetzigen Standorts Sinn mache. Im Sommer 2015 kündigten die früheren ÖVP-Landeshauptmänner Josef Pühringer und Erwin Pröll bereits die finalen Verhandlungen für die neue Brücke an. Aus der NÖ Landesregierung wurde kürzlich auf Anfrage des KURIER signalisiert, dass noch heuer eine endgültige Entscheidung präsentiert werden soll.