Bürgermeisterin Elisabeth Paruta-Teufer, ÖVP

© honorarfrei/Stadtgemeinde

Elisabeth Paruta-Teufer
02/19/2017

"Machen Freistadt zur Green City"

Die Bürgermeisterin setzt auf Nachhaltigkeit und auf die Kreisel-Brüder.

von Josef Ertl

Elisabeth Paruta-Teufer (47) ist Administratorin am Gymnasium und Mutter zweier Kinder. Die ÖVP-Politikerin ist am 4. Dezember in einer Direktwahl mit 57,7 Prozent zur Bürgermeisterin von Freistadt (7700 Einwohner) gewählt worden.

KURIER: Wie wirkt sich die S 10 auf die Stadt aus?Elisabeth Paruta-Teufer: Sehr positiv. Wir können uns jetzt aussuchen, wer bei uns baut. Es kommen viele Anfragen, von Wohnbaugesellschaften und von Familien, die Grundstücke in Baugrund umgewidmet haben möchten. Bauträger können Wohnungen teilweise drei Mal verkaufen .

Warum ziehen die Menschen nach Freistadt?

Wir haben eine hohe Lebensqualität und in 20 Minuten ist man durch die S 10 in Linz. Wir haben gute höhere Schulen. Familien wollen einen guten Platz zum Wohnen, eine intakte Landschaft, wir haben mehr als 100 Vereine, wir haben eine Lokalbühne und den Salzhof.

Durch das Brückendesaster in Linz sagen sich viele aus dem Umland, sogar welche aus Pregarten oder Hagenberg, wir fahren jetzt zu euch nach Freistadt einkaufen, denn wir sind schneller bei euch als in Linz. Wir sind auch für Unternehmen interessanter geworden. Bei der Abfahrt Freistadt Süd entsteht ein neues Betriebsbaugebiet. Die Nachfrage nach Betriebsbaugebieten ist hoch.

Freistadt hat einen einmaligen historischen Kern, trotzdem lebt das Zentrum.

Wir haben von der Landesausstellung 2013 Alte Spuren, neue Wege sehr profitiert. Die Stadtführungen sind deutlich gestiegen. Man findet kaum eine so mittelalterliche Stadt, die über so eine moderne Infrastruktur wie Freistadt verfügt. Wasser, Kanal, Strom, Fernwärme wurden neu unter dem Hauptplatz verlegt. Es wurden nachhaltige Konzepte umgesetzt. Wir pflegen einen behutsamen Umgang mit der Altstadt-Substanz. Wir haben einen guten Draht zum Bundesdenkmalamt. Die Brau-Kommune ist einzigartig in Europa. Sie gehört den Innenstadt-Besitzern.

Mit den drei Kreisel-Brüdern (E-Autos und Batterien) haben wir vorbildliche junge Unternehmer. Sie sagen, wir bleiben in der Region und wollen hier Arbeitsplätze schaffen. Sie übersiedeln Richtung Rainbach in das Betriebsbaugebiet Inkoba Nord. Gleichzeitig sichern sie sich Betriebsflächen in Freistadt selbst.

Es hat ein Umdenken stattgefunden. Früher hat jeder Bürgermeister geschaut, dass die Betriebe sich in seiner eigenen Gemeinde ansiedeln. Nun wird durch den gemeinsamen Masterplan von acht Gemeinden entlang der S 10 zusammengearbeitet und wir geben Anfragen an den Richtigen weiter. So wurde die Möbelix-Filiale nicht in Freistadt, sondern im Gemeindegebiet von Kefermarkt errichtet.

Trotz der historischen Innenstadt ist es gelungen, die Anzahl der Bewohner dort zu erhöhen. Normalerweise ziehen die Menschen aus den Zentren weg hinaus aufs Land.

In der Innenstadt hat sich die Bewohneranzahl um 93 erhöht.

Sie wünschen sich für die Stadt ein neues Hotel.Warum?

Wir haben einen Nachholbedarf bei den Nächtigungen. Wir bringen derzeit eine Busgruppe von 50 Personen nicht unter. Wir haben viele Tagestouristen, sie bleiben aber leider nicht über Nacht. Wir werden keine Stadt für Langzeittourismus werden. Die Belegungen werden für drei, vier Tage sein.

Hat sich die Anzahl der Arbeitsplätze durch die S 10 erhöht?

Hier gab es einen Zuwachs. Seit 2011 gibt es ein Plus von 5,3 Prozent.

Es gibt ganz einige Linzer, die die S 10 für Fahrten zu Billigfahrten nach Tschechien nützen. Verlieren Sie Kaufkraft?

Ich höre nichts davon. Die Geschäftsleute im Zentrum sagen, dass sich die Frequenz nicht erhöht hat. Aber die Kunden, die kommen, kaufen mehr. Wenn wir nur ein Zehntel der Touristen von Krumau hätten, wäre das wunderbar. Das wäre angedacht mit dem Aufbau eines professionellen Stadt-Marketing. Wir nehmen teil am EU-Förderprogramm Genuss-Städte und wollen hier mit den tschechischen Nachbarn kooperieren.

Zeichnet sich beim Vier-Stern-Hotel bereits eine Lösung ab?

Die Hotelgruppe Amedia ist interessiert. Es geht um 100 Zimmer mit 200 Betten. Wir verhandeln über den Baurechtsvertrag.

Welche Pläne verfolgen Sie darüber hinaus?

Durch die Kreisel-Brüder wollen wir stark in die E-Mobilität einsteigen. Mir schwebt ein Freistadt Green City vor. Wir haben bereits viel in die Richtung nachhaltiger Wirtschaft gemacht und wir arbeiten die ökologischen Aspekte heraus. Wir haben die modernste E-Lade-station in Oberösterreich. Wir haben fünf Ladeplätze, und einen Schnelllader. Wir bieten E–Car-Sharing an. Hier können sich Interessierte ein Auto teilen. Die Kunden der Kreisel-Brüder kommen mit den E-Autos zu ihnen und brauchen Lademöglichkeiten.Wir wollen mit den Nachbargemeinden gemeinsam Radwege errichten. Wie kommen die Menschen von der Stadt zur Park-and-Ride-Anlage und steigen dann in den Bus um? Wir wollen nachhaltige Verkehrskonzepte auch für die Fußgeher und Radfahrer.

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