Chronik | Oberösterreich
03.02.2014

Ludwig Scharinger fast völlig genesen „Eine Art Wiedergeburt“

Vom künstlichen Tiefschlaf zurück ins Leben. Nur die rechte Hand schmerzt ihn noch.

Vergangenen Donnerstag wurde er aus der zweimonatigen Rehabilitation in Wien-Meidling entlassen, am Freitag war er bereits wieder in seinem Büro im achten Stock der Raiffeisen-Landesbank am Linzer Europaplatz. Ludwig Scharinger, bis 2012 ein Vierteljahrhundert Generaldirektor, ist fast vollständig wieder genesen.

„Seit Weihnachten geht es mir wieder sehr gut“, sagt der 71-Jährige zum KURIER. Die Zeit vor Weihnachten sei schwierig gewesen. „Die Familie hat mit mir ein schönes Fest gefeiert, das war eine Art Wiedergeburt. Vorher hatte sie Sorge, dass ich einen Dauerschaden erleide. Als ich nach Weihnachten zurück in die Rehabilitation in Wien-Meidling bin, waren die Ärzte von meiner schnellen Erholung überrascht.“

Am 11. Oktober des vergangenen Jahres war Scharinger mit Primar Dieter Haidinger und voestalpine-Vorstand Fred Düsing im westsibirischen Jekaterinburg unterwegs. Am Vormittag schoss Scharinger einen „alten sibirischen Rehbock“. Weil es kalt war, brachen sie die Jagd ab und gingen Mittagessen. „Die Stiege war außen, sie war verschneit und eisig. Ich bin ausgerutscht und habe mir das rechte Handgelenk gebrochen und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Ich hatte mehrere Schutzengel.“

Ehefrau

Haidinger war wohl der wichtigste. Er verhinderte, dass Scharinger operiert wurde, er stellte ihn ruhig. Düsing kümmerte sich um einen Ambulanzflieger aus Österreich. „Der Sturz war eine familiäre Zäsur (Einschnitt, Anm.). Meine Frau hat mich von Anfang an täglich begleitet, auch in der Rehabilitation. Ich habe mich nie alleine gefühlt. Wenn die Anneliese in der Nähe ist, gibt es keine Probleme.“

Nächste Woche geht es drei Wochen auf Kur nach Bad Zell. Zwölf Kilogramm ist er bereits jetzt leichter. Die Arbeit wird weniger. „Der Unfall ist auch eine klare Zäsur vom Generaldirektor zum Konsulenten und Pensionisten.“