Chronik | Oberösterreich
18.03.2018

Linzer Uniklinik will Kunst-Herzen einsetzen

Herzchirurgie. Neuer Operationssaal ermöglicht direkte Zusammenarbeit der Spezialisten.

Mit je einem Standort am Kepler Universitätsklinikum in Linz und am Klinikum Wels-Grieskirchen ist das Referenzzentrum für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie derzeit österreichweit das größte seiner Art für Herzchirurgie. Seit einem Jahr sind Primar Andreas Florian Zierer, Vorstand der Universitätsklinik für Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie und Professor an der Medizinischen Fakultät Linz, und Professor Hans Joachim Geißler in ihren Funktionen als Leiter des Referenzzentrums und Standortleiter in Wels tätig.

Derzeit wird laut Primar Zierer geprüft, ob man in Linz mit dem Kunstherz-Programm starten kann. Moderne Herzchirurgie auf internationalem Niveau verspricht sich der gebürtige Welser auch durch den Einsatz eines neuen Hybrid-Operationssaales am Universitätsklinikum in Linz. "Man hat dort einen Roboter gestützten Arm wie einen Computertomografen direkt im Operationssaal", sagt Zierer dem KURIER. Es sei dort möglich, dass Ärzte aus den unterschiedlichen Fachbereichen der Kardiologie, der Radiologie und der Herzchirurgie zusammenarbeiten. "Dieser Saal ist eine Mischung aus einem Operationssaal und einem Herzkatheterlabor."

Das vergangene Jahr war für Zierer eine "Zeit des Einstiegs und der Aufbauarbeit". Jetzt sei man dabei, das Zentrum weiter zu entwickeln. "Man muss gemeinsam mit allen Beteiligten entscheiden, wie es in Zukunft weiter geht." Es sei noch zu früh, um Details offen zu legen. "Aber das erste Jahr ist ganz gut gelaufen."

Das Referenzzentrum biete auch Möglichkeiten für angehende Mediziner. "In Linz ist die Medizinuniversität im Aufbau. Der Vorteil einer Universitätsklinik ist, dass man die nächste Generation an Medizinern ausbilden kann." Außerdem könne man Forschung betreiben. "Man hat dadurch auch die Möglichkeit, die neuesten Forschungserkenntnisse unmittelbar an die Studenten weiter zu geben."

Attraktiv für Studenten

Geplant sei, in Linz 300 Studenten pro Jahr aufzunehmen. "Das Interesse vom medizinischen Nachwuchs an der Herzchirurgie empfinde ich als groß", sagt Zierer. Auf die Ausschreibung einer Assistenzarztstelle seien kürzlich mehr als 20 Bewerbungen gefolgt. "Es waren sehr gute Kandidaten. Daraus ergibt sich, dass man durch den Aufbau eines attraktiven Standortes auch gute Leute bekommt." Zierer sieht darin eine seiner Hauptaufgaben als Abteilungsleiter. Einen starken Platz hat auch der über Jahrzehnte als Kompetenzzentrum etablierte Standort Wels in der Kooperation. Schon bisher hat die Abteilung am Klinikum Wels-Grieskirchen mit rund 1.700 bis 1.800 Patienten im Jahr eine hohe Frequentierung und eine hohe herz-, thorax- und gefäßchirurgische Versorgungsqualität vorgelegt. Eine Zusammenlegung auf einen Standort kam vor einem Jahr nicht in Frage, weshalb man sich für das Modell der Kooperation in Form eines Referenzzentrums mit einem gemeinsamen Leiter entschieden hat.