Chronik | Oberösterreich
02.04.2017

"Linz Brennpunkt von Kunst und Kultur"

Bundespräsident Van der Bellen würdigt Land OÖ und Stadt Linz.

Ein großes Kompliment machte Bundespräsident Alexander van der Bellen bei seinem ersten offiziellen Auftritt in Oberösterreich dem Land und der Stadt Linz. "Ich kann mich täuschen, aber von Wien aus gewinnt man den Eindruck, dass die letzten rund 20 Jahre Linz zu einem wirklichen Brennpunkt von Kunst und Kultur haben werden lassen", sagte er bei der Wiedereröffnung des Linzer Schauspielhauses gestern, Samstag, am späten Nachmittag. Er nannte in diesem Zusammenhang das Ars Electronica Center, das Lentos, das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2009, das Musiktheater und das um 9,5 Millionen Euro renovierte Schauspielhaus.

Diese Aufzählung lasse erahnen, was für ein rasanter Wandel in Linz stattgefunden habe. "Zu diesem Transformationsprozess möchte ich dem Land und der Stadt gratulieren." Er verteidigte die Ausgaben für Kunst und Kultur. "Es handelt sich im wesentlichen um das Abgelten einer Dienstleistung, von der die Allgemeinheit profitiert."

1958 eröffnet

Für Landeshauptmann Josef Pühringer war die gestrige Veranstaltung die letzte große Eröffnung, bevor er am Donnerstag abtritt. "Theater macht einen nicht wegzudenkenden, unverwechselbaren Teil unseres kulturellen Erbes aus", sagte er in seiner Rede. Heute, vier Jahre nach Eröffnung des Musiktheaters, seien bereits eine Million Gäste da gewesen. Es sei geradezu unerlässlich gewesen, dass auch für die Darsteller und das Publikum des Sprechtheaters adäquate räumliche Bedingungen geschaffen werden, die die Schauspieler zu künstlerischen Hochleistungen anspornten. Pühringer dankte der Sparkasse unter Generaldirektor Michael Rockenschaub für das namhafte Sponsoring.

Das Theater, so der Landeskulturreferent, sei in den 1950er-Jahren vom internationalen Stararchitekten Clemens Holzmeister geplant worden. "Für Oberösterreichs Kulturschaffende war die Eröffnung der Kammerspiele im Jahr 1958 eine wichtige Zäsur, ein Signal der Zuversicht und auch die Initialzündung für das, was Oberösterreichs Kultur heute noch ausmacht: Offenheit Engagement und Weitblick."

Realer als das Leben

Zum Schluss zitierte Landeshauptmann Josef Pühringer den irischen Lyriker und Dramatiker Oscar Wilde, der einmal gesagt hat: "Ich liebe es, Theater zu spielen, es ist noch viel realistischer als das Leben!"

Nach der Eröffnung wurde um 19.30 Uhr die Premiere von Shakespeares Schauspiel Der Sturm gespielt. Das Stück wird in den Monaten April und Mai gegeben.

Heute, Sonntag, ist von 11 bis 16 Uhr Tag der Offenen Tür. Die erste Führung durch das renovierte Haus startet um 11.30 Uhr.