Liebe, Sex und Treue im Sport

Spitzensportlerinnen wollen sich auch beim Sex beweisen. Das fand eine Steyrerin bei ihrer Psychologie-Diplomarbeit heraus.

Simone Käferböck ist nicht mehr allzu  oft in ihrer Heimatstadt Steyr. Die 25-Jährige lebt in Tirol, hat in Innsbruck ihr Psychologie-Studium mit dem  Magistertitel abgeschlossen und dazu noch den Bachelor in Sportwissenschaften gemacht.
Über die Weihnachtsfeiertage war Käferböck wieder einmal  in Oberösterreich. Und sprach dabei mit  dem KURIER über ihre Psychologie-Diplomarbeit mit dem Titel  „Selbstkonzept – Partnerschaft und Risikosport.“ Darin behandelt die begeisterte Hobbysportlerin, die im Jahr 2011 Tausende Kilometer auf dem Rennrad unterwegs war, ein heißes Thema: Partnerschaft, Liebe, Treue und Sex im Sport.

Neue Beziehungen

Käferböck fand zum Beispiel heraus, dass Spitzensportlerinnen sehr viele wechselnde Partnerschaften haben, gerne  Liebesaffären eingehen, aber auch rasch offen für neue Beziehungen sind.
„Sie sind von sich  sehr überzeugt und haben ein extrem hohes Selbstwertgefühl im Gegensatz zu Hobbysportlerinnen.“ Käferböck: „Frauen im Spitzen- oder Risikosport (Bergsteigen, Free-Riden, Downhillbiken, Fallschirmspringen, Anm. der Redaktion)  wollen sich etwas beweisen. Nicht nur im Sport, sondern auch beim Sex.“    Ob das mit ein Grund sei, dass die  Ehe von Ski-Superstar Lindsey Vonn gescheitert ist? „Durchaus möglich. Auf Vonn treffen alle Eigenschaften einer Spitzensportlerin zu.“


Frauen, die  keinen oder sehr wenig Sport betreiben, sehen sich hingegen als wenig attraktiv, brauchen auch keinen zusätzlichen Kick. „Sie bleiben daher auch länger in Beziehungen, auch wenn es besser wäre zu gehen.“ Freizeitsportler (sowohl männliche als auch weibliche) hätten weniger Angst, sich zu binden. Partnerschaftliche Konflikte würden sie durch Kommunikation lösen. „Viele Spitzensportler tun das nicht.“

Mehr Affären

Weiteres Ergebnis von Käferböcks wissenschaftlicher Untersuchung: Männliche Sportler haben allgemein mehr Liebesaffären als weibliche. Aber: Männliche Sportler hätten auch längere feste Beziehungen als Sportlerinnen.
Nachdem Käferböck zuletzt im Krankenhaus Schwaz gearbeitet hat, ist sie nun auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung. „Ich will auf jeden Fall im Westen von Österreich bleiben.“

Von 10. bis 23. Jänner 2012 ist die gebürtige Steyrerin vorerst einmal bei der Jugendolympiade in Innsbruck im Einsatz und führt Dopingkontrollen bei den Nordischen durch. Außerdem gibt Käferböck bei einer Langlaufschule in Seefeld Privatstunden.  Die Psychologin befragte insgesamt 400 Personen, die einen Fragebogen ausfüllen mussten.   Es waren auch  bekannte Namen darunter. Wer das ist, wird nicht verraten.

( Kurier ) Erstellt am 31.12.2011