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Chronik Oberösterreich
10/12/2012

Leiche in 192 Metern Tiefe gefunden

Ein Spezialroboter spürte den verunglückten Bad Ischler am Grund des Traunsees auf. Die Bergung war schwierig.

von Michael Petermair

In der Nacht auf Freitag ist die Leiche von Andreas Pressberger gefunden worden. Der 42-jährige Bad Ischler hatte am Samstag im Traunsee mit 180 Metern einen neuen österreichischen Rekord im Tieftauchen aufstellen wollen und kam dabei ums Leben (der KURIER  berichtete). „Es war der sehnlichste Wunsch der Familie, den Verunglückten zu suchen", sagt Josef Leichtfried von der Wasserrettung, der die Bergung mit neun Kollegen und vier Helfern von der Feuerwehr Traunkirchen in Angriff nahm.

Bessere Sicht

Ein mit einer Spezialkamera und einem Greifarm ausgestatteter Tauchroboter, den die Wasserrettung aus St. Johann im Pongau zur Verfügung gestellt hatte, suchte nach Pressberger. „Wir haben es  in der Nacht gemacht, weil  die Sicht im Dunkeln besser ist", erklärt Leichtfried.

In einer Tiefe von 192 Metern entdeckte der Roboter schließlich  die Leiche des  Extremtauchers – ganz in der Nähe der Stelle, von der aus Pressberger ins Wasser gesprungen ist. Die Bergung gestaltete sich  äußerst schwierig, weil der    Tote zusammen mit dem Bojenseil, in das er verwickelt war, heraufgeholt werden musste.

Pressbergers Tauchanzug wog 170 Kilogramm und der Bojenstein war 70 Kilo schwer. Es hat ewig gedauert, bis wir den Leichnam an die Oberfläche gezogen haben", sagt Leichtfried.   Der Gemeindearzt stellte  als Todesursache kurz nach drei Uhr früh Ertrinken fest.

Kein Tauchverbot

Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Nach der Bergung wurde das Tauchverbot wieder aufgehoben. Die Bezirkshauptmannschaft hatte es in einem Umkreis von 100 Metern rund um die Unglücksstelle verhängt.

Pressberger galt als erfahrener Tieftaucher. Er hatte sich mehrere Monate auf den Rekordversuch vorbereitet, der Ablauf war bis ins kleinste Detail geplant.  Auch mehrere Ärzte waren in das Vorhaben involviert. Während des Abstiegs wurden mehrere Flaschen gemäß den speziellen Tiefenanpassungen der Gasgemische verwendet. Ein eigenes Prüfprotokoll sollte klarstellen, wann sie zu wechseln sind – geholfen hat das alles nichts. „Es muss jetzt  noch untersucht werden, ob  der Verunglückte schon beim Hinuntertauchen oder erst beim Aufstieg gestorben ist", sagt  Leichtfried.  

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