Chronik | Oberösterreich
30.07.2017

Langsames Abnehmen erhält Muskelmasse

Die International Society of Sports Nutrition hat vor Kurzem ein sogenanntes Positionspapier zum Thema Diäten und deren Einfluss auf die Körperzusammensetzung veröffentlicht. Gleich zu Beginn möchte ich die nicht zufriedenstellenden Ergebnisse erwähnen:

1. Die Auswirkungen von Diäten auf Frauen und ältere Menschen wurden bisher kaum untersucht.

2. Die Änderung von Lebensstil und Verhaltensweisen in Bezug auf ein erfolgreiches Gewichtsmanagement wurden in Studien ebenfalls kaum berücksichtigt.

Das ist doch traurig, oder? Es gibt so viele Frauen, die dem Diätwahn verfallen sind. Was sie ihrem Körper langfristig damit antun, soll uninteressant sein? Weiters liegt die Tatsache doch auf der Hand, dass eine dauerhafte Gewichtsabnahme und damit das Halten des Normalgewichtes nur durch dauerhafte Veränderung im Alltag zu erreichen ist. Anstatt dies zu fördern oder zumindest genau unter die Lupe zu nehmen, fließen Gelder in die Entwicklung von Schlankheitspillen und künstlichen Light-Produkten.

Nun aber zurück zu den Ergebnissen. Diäten mit dem Ziel einer Fettabnahme werden mit einem kontinuierlichen Kaloriendefizit geführt. Hier zeigt sich, dass eine langsame Gewichtsabnahme die Muskelmasse besser erhält als eine radikale. Vergessen Sie also Werbungen, die zehn Kilogramm in zwei Wochen versprechen. So schnell kann unser Körper nicht so viel Fett abbauen.

Ob Sie nun Low-fat oder Low-carb praktizieren, hat ähnliche Einflüsse auf Ihre Körperzusammensetzung. Den Erhalt Ihrer Muskeln können Sie ausschließlich mit einer hohen Eiweißzufuhr garantieren.

Die besten Ergebnisse wurden erzielt bei Kalorienreduktion unter gleichzeitiger Erhöhung von Protein und regelmäßigem Krafttraining. In Studien wurde Eiweiß bis über drei Gramm pro Kilogramm Körpergewicht verwendet. Das ist zugegebenermaßen schon eine riesige Menge, bei körperlichem Training und normaler Nierenfunktion traten jedoch keine Nebenwirkungen auf. Im Gegenteil, das individuelle Sättigungsgefühl und die Fettverbrennung waren hier am höchsten.

Interessant für mich war auch zu lesen, dass intermittierendes Fasten wie zum Beispiel nur jeden zweiten Tag zu essen keine Vorteile gegenüber einer langfristigen mäßigen Einschränkung der Kalorienzufuhr brachte.

Was möchte ich Ihnen mit diesen vielen wissenschaftlichen Informationen sagen?Springen Sie bitte nicht auf irgendwelche Modediäten an! Gerade jetzt vor dem Urlaub neigen viele dazu, sich durch eine Last-Minute-Notfall-Diät zu quälen oder in die Ferien sogar irgendwelche Fett- oder Kohlehydrat-Blocker mitzunehmen, um am Buffet ungestraft zuschlagen zu können. So schwer es mir selbst fällt, das zu schreiben: Üben Sie sich in Geduld und denken Sie daran, dass die Gewichtsabnahme auf drei Säulen basiert: Ernährung, Bewegung und mentale Veränderung!

SilkeKranz ist diplomierte Ernährungs- und Sportmedizinerin und Ärztin für Allgemeinmedizin in Bad Kreuzen