Chronik | Oberösterreich
29.10.2017

Landesbedienstete wollen Reallohnverlust nicht akzeptieren

40.000 Bedienstete wären von der Kürzung der Gehaltserhöhung betroffen.

In der Wortwahl zurückhaltend, aber klar in der Sache ist die Reaktion der Gewerkschaft auf die Ankündigung der Schwarz-blauen Landesregierung, den Landesbediensteten im nächsten Jahr lediglich eine Gehaltserhöhung von einem Prozent zuzugestehen. "Ich habe zwar Verständnis für das Nulldefizit, glaube aber nicht, dass das der richtige Vorschlag ist, eine Ungleichbehandlung bei den Gehaltsabschlüssen herbeizuführen", sagte Peter Csar zum KURIER. Der 56-Jährige ist Obmann der Personalvertretung des Landes, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, ÖVP-Landtagsabgeordneter und Welser ÖAAB-Obmann.

"Unsere Abschlüsse waren immer maßvoll", antwortet der 56-Jährige auf die Ansage von Landeshauptmann Thomas Stelzer, dass der Abschluss "maßvoll" sein solle. Die Inflationsrate, die bei den Verhandlungen der Bundesbediensteten festgelegt worden sei, betrage 1,87 Prozent. Tatsächlich liegt sie in manchen Monaten sogar über zwei Prozentpunkten. "Wenn wir die Inflationsrate nicht abgegolten bekommen, wäre das ein Einkommensverlust. Die Lebenserhaltungskosten sind für alle gleich. Es ist ein Gebot der Fairness und der Gerechtigkeit, dass die Landesbediensteten gleich behandelt werden." Bisher war es stets üblich, dass die Landesbediensteten die Abschlüsse des Bundes übernommen haben.

Von der Kürzung der Gehaltserhöhung wären in Oberösterreich rund 40.000 Personen betroffen: 10.000 Landesbedienstete, 10.000 Beschäftigte in den Krankenhäusern, 10.000 Gemeindebedienstete und 10.000 beim Roten Kreuz und anderen Sozialeinrichtungen Beschäftigte.

Bereits vor sechs Jahren hat der damalige Landeshauptmann Josef Pühringer bereits einmal versucht, eine ähnliche Kürzung umzusetzen. Er hat sie nach heftigen Protesten ein Jahr später wieder zurückgenommen.