Chronik | Oberösterreich
13.12.2017

Länder pumpen 124 Millionen in Donaubrücken im Grenzland

Für Wirtschaft wäre Baustart der Brücke bei Mauthausen erst im Jahr 2024 nicht akzeptabel.

Tausende tagtäglich im Stau steckende Pendler sorgen nicht nur in Linz, sondern auch beim Donauübergang Mauthausen zwischen Ober- und Niederösterreich für erhitzte Gemüter. Mit der Kostenaufteilung von 55 zu 45 Prozent wollen OÖ und NÖ nun im nächsten Jahrzehnt 124 Millionen Euro in eine neue und in die alte Brücke stecken, um die erzürnten Unternehmer und Pendler in der Grenzregion zu besänftigen.

Im November hatten die Landeshauptleute Thomas Stelzer und Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die grundsätzliche Einigung für den Neubau einer Brücke kundgetan. Nun präsentierten die zuständigen Landesräte den vorläufigen Zeitplan dafür sowie für die Generalüberholung der bestehenden Donauquerung der B123. Als unumgängliche Investition in die Infrastruktur müsse die neue zweispurige Mauthausener Donaubrücke schnellstmöglich gebaut werden, berichten Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ) und sein nö. Kollege Ludwig Schleritzko (ÖVP) von einem umfassenden Arbeitsauftrag an ihre Landesstraßendirektionen.

Überlastung

Mit 21.000 Fahrzeugen täglich sei die Leistungskapazität der aus dem Jahr 1961 stammenden Brücke überschritten. Dennoch müsse man das Nadelöhr beibehalten und im nächsten Jahr einer Sanierung unterziehen, schildert Steinkellner. Wie berichtet, wird die Brücke zur Sanierung über den Sommer an nur 13 Wochenenden gesperrt. So soll der totale Verkehrskollaps verhindert werden.

Nach der Fertigstellung der neuen rund 500 Meter östlich der jetzigen Querung geplanten Brücke (frühestens 2027/28) muss dann das Tragwerk der alten Stahlbrücke völlig erneuert werden. In der optimalen von Steinkellner dargestellten Variante würden rund um 2030 im Enns-Donau-Winkel mit den beiden Brücken vier Spuren für den kleinen Grenzverkehr zur Verfügung stehen.

Doch auch der optimale Zeitplan mit einem Betriebsstart 2027 für die neue Brücke lässt bei der Wirtschaft in der Region die Wogen hochgehen. "Ein solch langer Zeitraum ist nicht akzeptabel", erklärt der Transport-Unternehmer Johannes Hödlmayr. Er gehört zur Protestgruppe "DoNeuBrücke", die von Geschäftsleuten und Betriebsräten gegründet wurde. Bis 2030 würden die jetzigen Verkehrsströme um 30 Prozent wachsen, befürchtet die Gruppe schon jetzt jährliche Millionenschäden durch die Staus.

Steinkellner und Schleritzko winken aber ab. "Schneller werden wir die Verfahren mit Anrainern, Grundeigentümern und Gemeinden nicht durchbringen", erklären sie. Konkret sieht der Zeitplan vor, dass bis 2019 die detaillierte Streckenführung feststeht, 2021 die Umweltverträglichkeitsprüfung eingereicht wird und dann die heiklen Grundeinlösungen beginnen. 2024 soll Baustart sein.