Chronik | Oberösterreich
04.04.2016

Kuba: Oberösterreicherin ringt nach Busunfall mit dem Tod

Nach dem Unglück mit zwei Toten, darunter ein Innviertler, schwebt seine Ehefrau in Lebensgefahr. Trauer in Eberschwang.

Es sollte eine Reise werden, die ihnen immer in Erinnerung bleiben würde. Insgesamt 27 Urlauber – acht Österreicher und 19 Deutsche waren Samstagabend mit dem Bus zwischen Santiago de Cuba im Südosten von Kuba und Trinidad unterwegs, als es zu dem Unglück kam.

Ersten Erkenntnissen zufolge hatte ein Lkw mit seinem Anhänger eine Eisenbahnbrücke touchiert. Offenbar hatte der Fahrer den Warnhinweis übersehen, der die Durchfahrt für Fahrzeuge mit mehr als 4,20 Meter Höhe untersagt. Der Container stürzte daraufhin auf den Bus. Der Oberösterreicher Johann E. und der Buschauffeur verloren dabei ihr Leben. Eine weitere Österreicherin – Helena E., die Ehefrau des Innviertlers – schwebt noch in Lebensgefahr, sie wird in Kuba auf der Intensivstation behandelt.

Trauer in Eberschwang

In Eberschwang (OÖ), der Heimatgemeinde des Paares, war am Montag die Bestürzung groß. "Ich hab’ am Vormittag davon erfahren und bin fix und fertig", sagt Bürgermeister Josef Bleckenwegner (SPÖ). Johann E. sei einer seiner besten Freunde gewesen: "Ich kann es immer noch nicht glauben, dass er nicht mehr heimkommt; das trifft mich enorm."

Der 63-jährige ÖBB-Pensionist sei einer seiner politischen Wegbereiter gewesen: "Ich habe ihn 1996 im Gemeindevorstand abgelöst." Vor der Reise habe E. sich bei ihm über Kuba erkundigt, erzählt Bleckenwegner: "Ich hab’ ihm empfohlen, dass er unbedingt die alte Kolonialstadt Trinidad anschauen soll." Seit der Pensionierung sei E. auch als Hobby-Imker tätig gewesen. "Er hat mit seinem Honig Goldmedaillen gewonnen."

Entsetzt zeigt sich auch Albin Dallinger, Kommandant der Feuerwehr Leopoldshofstatt: "Er war mein Vorgänger – vorige Woche sind wir noch zusammengesessen." E., der einen erwachsenen Sohn und eine Tochter hinterlässt, habe sich sehr auf die Reise gefreut.

Mathias Brandes vom Reiseveranstalter Thomas Cook zeigt sich schockiert: "Die Reise wäre heute zu Ende gegangen. Wir tun alles, um die Reisegäste vor Ort bestmöglich zu betreuen. Dafür werden eigens zwei psychologisch geschulte Mitarbeiter nach Kuba geschickt."