Kloster liefert sauberen Strom

Kloster Hohenfurth Vyssi Brod eröffnet Kleinkraftwerk, Tschechien. Energie AG Generaldirektor Leo Windtner mit Administrator Prior Pater Justin Berka und Abt Gottfried Hemmelmayr vom Stift Wilhering in der Bibliothek des Stiftes (v.li.)
Foto: Energie AG Unterstützer Leo Windtner mit Prior Berka und Abt Hemmelmayr (v. li.).

Mit oberösterreichischer Hilfe konnte ein Kleinwasserkraftwerk des Stiftes Hohenfurth in Südböhmen revitalisiert werden.

Die Kombination aus Tschechien, Stromerzeugung und Kraftwerk löst in Oberösterreich meist einen höchst negativen Beigeschmack aus.  Bekanntlich sorgt das grenznahe Atomkraftwerk Temelin seit Jahren für viel Missstimmung und Konfliktstoff zwischen beiden Nachbarländern.
Dass allerdings südböhmische Energiegewinnung  hierzulande auch mit Freude begrüßt werden könnte, schien zuletzt schwer vorstellbar – und doch ist es passiert. Zu verdanken ist das den Zisterzienser-Mönchen des Stiftes Hohenfurth (Vyssi Brod), die mit enormer Hilfe  aus Oberösterreich ein Kleinwasserkraftwerk revitalisierten, das nun auf umweltschonende Weise jährlich rund 300.000 kWh Strom erzeugt. Die Anlage ist am Freitag offiziell in Betrieb genommen worden.

Die feierliche Segnung erteilten der Abt der Zisterzienser-Stiftes Wilhering, Gottfried Hemmelmayr, und der Administrator des Stiftes Hohenfurth, Prior Justin Berka. Bei der Inbetriebnahme war auch Leo Windtner, der Chef der Energie AG Oberösterreich,  mit dabei, dessen Unternehmen  die  Renovierung mit 15.000 Euro unterstützt hatte: „Mich freut, dass wir bei der Wiederbelebung des Kleinkraftwerks mithelfen konnten und damit auch in Südböhmen einen Beitrag zur Aufbringung erneuerbarer Energie geleistet haben."

Spenden

Kloster Hohenfurth Vyssi Brod eröffnet Kleinkraftwerk, Tschechien Foto: Energie AG Segnung des Laufkraftwerks, das jährlich rund 300.000 kWh sauberen Strom erzeugen soll.

Auf Basis einer kostenlosen Machbarkeitsstudie der Energie AG hat der  in Puchenau ansässige „Verein zur Förderung des Zisterzienserstiftes Hohenfurth" die Kraftwerkssanierung koordiniert. „Die positive Einschätzung der Experten und die 15.000-Euro-Spende waren für uns ausschlaggebend, das Projekt in Angriff zu nehmen", erklärt Klaus Zerbs, Geschäftsführer des Vereins.

Die Gesamtkosten der Anlage beliefen sich auf etwa 80.000 Euro. Ein anonymer Förderer aus Deutschland steuerte 5000 Euro bei, der Verein 3000 Euro. Der Rest wurde durch Eigenmittel des Stiftes aufgebracht. „Nur dadurch, weil sehr viele Arbeiten auf ehrenamtlicher Basis erfolgten, war  das Ganze auch leistbar", betont Zerbs. Der Konvent des Stiftes Hohenfurth besteht aus fünf Mönchen und einem Kandidaten. Die wirtschaftliche Basis bildet der Besuchertourismus. Aufgrund hoher Erhaltungskosten ist die Finanzsituation angespannt – künftig soll auch das Kleinkraftwerk stetige Einnahmen bringen. „Die gewonnene Energie wird in das öffentliche Netz der E.ON gespeist – das bringt etwa 15.000 Euro im Jahr ein." Auf der Wunschliste des Klosters steht nun eine Rechenreinigungsmaschine: „Damit das Einlaufgitter zur Turbine künftig automatisch von Blättern und Holz gereinigt wird – die kostet etwa 15.000 Euro."

(kurier) Erstellt am
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