24.05.13, Handenberg, AUT, Foto, unfall mit Kängeru, im Bild Jimmy das 2 J. Kängeru, Pressefoto Scharinger © 2013, PhotoCredit D. Scharinger

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Oberösterreich

Känguru im Innviertel von Auto überfahren

Zweijähriges Beuteltier "Jimmi" bei Unfall getötet. 47-jähriger Lenker blieb unverletzt.

von Michael Petermair

05/24/2013, 09:52 AM

Diesen „Wildunfall“ wird Josef Höflmaier sein Leben lang nicht vergessen. Der 47-jährige Schichtarbeiter aus Perwang im Bezirk Braunau, OÖ, war am Donnerstag auf dem Nachhauseweg, als ihm kurz nach 22.30 Uhr in der Gemeinde Handenberg auf der Lamprechtshausener Straße von rechts plötzlich ein Tier ins Auto lief.

„Auf einmal hat’s einen Tuscher gemacht.“ Höflmaier hielt sofort an, schaltete die Warnblinkanlage ein und stieg aus. Um besser sehen zu können, ging er zum Pkw zurück, holte eine Taschenlampe aus dem Handschuhfach und schaltete sie ein. „Ich hab’ meinen Augen nicht getraut und musste zweimal hinschauen.“

Vor ihm lag – ein Känguru. „Das glaubt mir bestimmt kein Mensch“, sagte er zu sich und zog das leblose Tier von der Fahrbahnmitte an den Straßenrand.

Großes Glück

Dann rief er mit dem Handy die Polizei an, die ihn zunächst allerdings nicht ernst nahm. „Die haben wohl geglaubt, ich bin verrückt. Was hat schließlich ein Känguru im Innviertel zu suchen!“
Den ungewöhnlichen Unfall überstand Höflmaier völlig unverletzt. „Ich hab’ wirklich großes Glück gehabt. Wenn das Tier höher gesprungen wäre, hätte es wohl die Windschutzscheibe durchbrochen.“

Die Schäden am Auto, einem Renault Scenic, der seiner Frau Sabine gehört, sind gering. „Nur eine Zusatzleuchte ist kaputt und die Nummerntafel wurde aus der Halterung gerissen“, erzählt der 47-Jährige, der sich als extrem vorsichtigen Fahrer einschätzt. „Ich bin stets langsam unterwegs. Und dann passiert ausgerechnet mir so etwas.“

Das Känguru – es hieß Jimmy und war zwei Jahre alt – verendete an der Unfallstelle. Es wurde von einem zu Hilfe gerufenen Jäger abtransportiert. Der Besitzer, Christopher S. aus Neukirchen an der Enknach, hielt das Beuteltier gemeinsam mit Schafen und Ziegen auf einer Weide bei seinem Bauernhof. Woher S. das Känguru hat, wollte er nicht sagen. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass das Tier offenbar durch ein offenes Gatter entkommen konnte. Nun muss noch geklärt werden, warum das Tor nicht geschlossen war.

Lange Suche

Kängurus in Österreich sind offenbar keine Seltenheit: Erst vor kurzem waren zwei dieser Tiere samt einem Jungen aus ihrem Gehege im Waldviertel in Niederösterreich entwischt.
Eine Woche lang wurde nach den Kängurus gesucht, bis sie endlich gesichtet und eingefangen werden konnten (der KURIER berichtete).

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