Chronik | Oberösterreich
06.08.2017

Juwel der Wildgemüse: Melde milder als Spinat

Salate, Gemüse, Suppen, Tee oder Smoothies: Die Anwendungen von Melde sind vielfältig.

Melde gehört zu den essbaren Gänsefußgewächsen, wie der gute Heinrich, der Erdbeerspinat und der weiße Gänsefuß. Der Name Gänsefuß passt zu den gänsefußartigen Blättern.Früher wurden die jungen Gänse damit gefüttert.

Die Blätter der Melde, die bis zu 1,5 m hoch werden können, sind sehr formenreich, im jungen Zustand grün, später bläulich bereift. Sie sehen aus wie mit Mehl bestäubt, sodass man oft meinen könnte, dass das Kraut von Mehltau befallen worden wäre.

Die Melde liebt sonnige Plätze an Acker-, Brach- und Schuttflächen, wächst aber auch gerne an Wegrändern und in Gärten. Schon die alten Griechen und Römer schätzten die anspruchslose Melde, die, lange bevor es den kultivierten Spinat, gab in verschiedenen Variationen am Speiseplan stand. Melde ist milder als Spinat. Ihre rohen Blätter schmecken im Frühjahr am besten, können aber das ganze Jahr über verwendet werden. Zur Blütezeit sind jedoch mehr Bitterstoffe enthalten. Die Blätter schmecken zart und angenehm und können roh und gekocht verwendet werden. Alles was aus Spinat zubereitet werden kann, schmeckt auch mit Meldeblättern sehr gut. Besonders vor der Blüte lassen sich aus den jungen Blättern und Triebspitzen der Melde gute Salate zubereiten. Jetzt, da sie anfängt zu blühen, ist es am besten, die Blätter zu schmackhaften Aufläufen, spinatartigem Gemüse, Smoothies und Suppen zu verarbeiten. Bis in den Herbst hinein kann man die frischen Blütentriebe mit ihrem nussigen Geschmack über Salate, Aufstriche oder Suppen streuen. Früher wurde aus den gemahlenen schwarzen Samen der Melde Brot gebacken, darum wird sie neben Gartenmelde oder Gartenspinat auch gerne Brotmelde oder Mehlkraut genannt. Fallen viele Samen an, so können diese durch einfaches hin und her Reiben mit den Händen entspelzt, in der Mühle gemahlen und zum Brotmehl beigemischt werden.

Kräftestärkende Inhaltsstoffe, wie viel Vitamin C, Kalzium, Mineralstoffe und Eisen, machen die Melde so wertvoll. Leider wird sie zusehends zu einer vergessenen Heilpflanze, aber auch zu einem unbekannten Wildgemüse, verdrängt vom beliebten Spinat. Dabei ist die Melde eines der wichtigsten Spinatkräuter und wertet Reis, Suppen, Kräutersoßen und Aufläufe auf. Auch Melden krapfen sind eine in manchen Regionen noch bekannte Kultspeise. Ein Tee aus frischem oder getrocknetem Kraut regt den Stoffwechsel an, tut Nieren, Blase und Leber gut und kann als sanftes blutreinigendes Mittel eingesetzt werden.

Monika Kronsteiner istKräuterpädagogin im Ersten Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen