Chronik | Oberösterreich
17.12.2011

„Jetzt kann Frieden einkehren“

Der Kopfinger Priester Andrzej Skoblicki legt mit 31. Dezember sein Amt nieder. Viele in der Bevölkerung begrüßen den Schritt.

Tag eins in Kopfing, nachdem der  umstrittene Pfarradministrators Andrzej Skoblicki in einem Brief an Bischof Ludwig Schwarz sein Amt zurückgelegt hat.   Nur wenige Menschen waren beim ersten Schnee gestern, Samstagvormittag, in der Sauwald- Gemeinde auf den Straßen unterwegs. Nach ihrer Meinung zum Abschied Skoblickis von der Pfarre gefragt, stößt man meist auf eine Mauer des Schweigens.
Zu heikel dürfte die Angelegenheit noch sein. Der Zwist zwischen Befürworten und Gegner des Geistlichen hat  auch Gräben zwischen der Bevölkerung gebildet. Der Ort stand monatelang im Blickpunkt der Öffentlichkeit.

Nur die wenigsten wollen sich  äußern. Und wenn, dann auch nur ohne ihre Namen zu nennen. Die Zahl jener, die  positiv über die Entscheidung des Priesters sprechen, überwiegt am Samstag. Ein älterer Herr sagt dazu nur: „Jeder ist froh, dass er endlich gegangen ist.“ Ein anderer Kopfinger sieht das  genau so. „Er hat wohl gemerkt, dass das nichts mehr wird. Gott sei Dank ist er weg.“
Ein Pensionist glaubt ebenfalls, dass die Amtsniederlegung des Geistlichen  die richtige Entscheidung war.  „Es ist wahrscheinlich besser so. Jetzt kann in der Pfarre endlich wieder Frieden einkehren.“ Deutlich drastischer macht ein weiterer befragter Innviertler seine Meinung zum Gottesmann  kund. „Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre er gar nicht erst gekommen. Ich hätte ihm eine Pfefferoni in den Hintern gesteckt, dass er nach Russland fliegt.“

Gleichgültigkeit

Einen anderen  Bürger lässt der Rücktritt des Pfarradministrators wiederum völlig kalt. „Mir ist das ziemlich egal. Es wird auch wieder ein anderer  kommen.“ Er mache den Kirchenbesuch nicht von einem Priester abhängig. „Ich gehe zum Gottesdienst, wenn es mir passt.“
 Am Stammtisch in einem der Wirtshäuser ist am Samstag der Entschluss des Priesters, nicht mehr nach Kopfing zurückzukehren, kein großes Thema. „Mir war er nicht zwider. Ich bin gut mit ihm ausgekommen“, sagt ein Gast. Er habe sich in den Kirchenkonflikt nie eingemischt. „Ich gehe wegen des Herrgotts in die Kirche und nicht wegen des Pfarrers.“

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