Chronik | Oberösterreich
02.06.2017

Islamlehrer: "Matura zur Not neu ablegen"

Suspendiert. Freigestelltem Pädagogen Baser wird vorgeworfen, bei Reifezeugnis getrickst zu haben.

Die Affäre um das angeblich gefälschte Maturazeugnis von Murat Baser, dem Vorsitzenden der Muslime in Oberösterreich, wird neu befeuert. Die OÖ Nachrichten berichteten, dass Baser eine Klage beim Arbeitsgericht Wien wegen seiner Suspendierung als Religionslehrer zurückgezogen hat.

Baser bestätigte dem KURIER seinen bereits im Dezember vollzogenen Rückzieher, sieht das aber nicht als Schuldeingeständnis. "Es wird demnächst eine Entscheidung geben, so oder so". "Im schlimmsten Fall mache ich die Matura noch einmal", meinte Baser.

Davor wolle er sich im Gespräch mit Ibrahim Olgun, dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft Österreich, um eine Klärung bemühen. Olguns Vorgänger Fuat Sanac hatte Baser im Vorjahr suspendiert, nachdem die Schule in Ankara schriftlich angab, von einem Schüler Murat Baser keine Daten zu haben. Baser, der auch Obmann des türkischen Vereins Alif in Linz ist, bleibt dabei, dass er ein Fernstudium an der Imam-Hatip-Schule in Ankara abgeschlossen habe.

Durch Übertragungsfehler sei er dort nie richtig registriert worden. Außerdem habe er auch ein Diplom der Theologischen Fakultät in Ankara erworben. Momentan verdienet Baser sein Geld als Alif-Angestellter. Präsident Olgun hält sich an die vom Vorgänger übernommenen schriftlichen Fakten. Man könne nicht überprüfen, ob ein Übertragungsfehler vorliege, sagte er.