Chronik | Oberösterreich
07.04.2012

Innkreisautobahn lässt den Süden Grieskirchens erblühen

Von einem Prozent Wachstum hat besonders der Süden profitiert. Im Norden und Westen werden die Chancen immer dünner.

Im Bezirk Grieskirchen liegt das Herz in der Region", sagt Hans Moser, Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer. Wenn man sich die Bevölkerungsveränderung ansieht, liegt dieses Herz genauer gesagt im Süden – dort, wo sich die Betriebsansiedlungen häufen und die Städte Wels und Linz nicht weit sind.

Positiv entwickelt haben sich jene Gemeinden, die wie Meggenhofen, St. Georgen, Hofkirchen und Haag entlang der Innkreisautobahn und rund um die Bezirkshauptstadt  liegen, sagt Landesstatistiker Michael Schöffecker. Der Bevölkerungsboom hält sich aber in Grenzen. Mit 62.644 Einwohnern ist der Bezirk seit 2002 um ein Prozent gewachsen.

Sauwald

Eine Ausdünnung gibt es im Norden, wo die Gemeinden an das Abwanderungsgebiet Sauwald grenzen. Verluste mussten vor allem Steegen, Natternbach, Neukirchen und Eschenau einstecken. „Wir müssen uns bemühen, die Einheimischen für das Landleben zu begeistern, dann bleiben sie. Es ist schwer, Neue abseits der großen Verkehrsströme herzulocken", sagt Josef Anzengruber aus Eschenau, wo ein Quadratmeter Baugrund nur 20 Euro kostet.

Zahlenmäßig steht Taufkirchen an vorderster Front: 106 Einwohner wanderten in den vergangenen zehn Jahren ab. Warum, kann sich der Bürgermeister Gerhard Schaur (VP) nur durch die Landflucht der Jugend erklären: „Viele gehen für die Ausbildung weg und kommen nicht zurück. Für qualifizierte Arbeitskräfte gibt es hier wenig Möglichkeiten."Vom Abwanderungstrend der vergangenen Jahre hat sich Wallern erholt. „Wir haben massiv in den Wohnbau investiert und uns ein paar Zuckerln für  Studenten einfallen lassen", erklärt Bürgermeister Franz Kieslinger So gibt es in Wallern eine Fahrtkostenentschädigung für Pendler zu den Unis.

Nachwuchsarbeit leisten laut Moser vor allem Handwerksbetriebe. 1162 Lehrlinge werden derzeit ausgebildet. Insgesamt arbeiten 13.118 Menschen in 1100 Betrieben. Die Arbeitslosenquote von Grieskirchen liegt mit 3,5 Prozent (Stichtag 1. 4. 2012) unter dem Oberösterreich-Schnitt von 4,5 Prozent. Die Landmaschinenfabrik Pöttinger in Grieskirchen ist mit 798 Mitarbeitern der Top-Arbeitgeber des Bezirks. Dahinter bietet der Heizkesselhersteller Fröling 287 und der Fahrzeugbeleuchtungsexperte Aspöck in Peuerbach 282 Arbeitsplätze. Auf Platz vier rangiert die Eurotherme in Bad Schallerbach mit 274, hauptsächlich weiblichen, Mitarbeitern.

Die Marktgemeinde Bad Schallerbach profitiert von ihrem Ruf als Wellnessparadies. Bei etwa 3600 Einwohnern verzeichnet der Kurort 420.000 Gästenächtigungen pro Jahr. Einige Urlaubsgäste wollen nach ihrem Thermenbesuch hier bleiben, so Bürgermeister Gerhard Baumgartner: „Gastronomie und Dienstleistungsbetriebe sind auf den Tourismus ausgerichtet und entsprechend komfortabel. Viele Pensionisten wollen in diesem Umfeld ihren Lebensabend verbringen.“

In Meggenhofen richtet man sich auf die Bedürfnisse junger Familien ein. Zwei von Wilfried Suchys ersten Amtshandlungen als Bürgermeister seien daher gewesen, wieder einen Supermarkt nach Meggenhofen zu holen und für Kinderbetreuung zu sorgen. „Die Ballungszentren verlieren, und die Speckgürtel wachsen. Nach den Gemeinden rund um Wels sind wir am Zug“, ist sich Suchy sicher.

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