Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

"In Oberösterreich veredelt"

Es war der Tag des Jakob Auer. Der Abgeordnete aus Fischlham wurde zum Obmann der Bauern gewählt.

Zwei Trachtenkapellen spielten gestern, Samstag, für Auer auf. Jene aus dem Tirolerischen Aschau, wo Auer geboren wurde, und die Fischlhamer Musikanten, deren Obmann er viele Jahre war. Der Veranstaltungssaal in Gunskirchen war übervoll von Bauernfunktionären, die aus ganz Österreich angereist waren. Anwesend war auch die gesamte ÖVP-Spitze mit Michael Spindelegger, Maria Fekter, Johanna Mikl-Leitner und Niki Berlakovich.

Guter Boden

"Oberösterreich muss ein guter Boden für gute Entscheidungen sein", meinte Landeshauptmann Josef Pühringer in seiner Begrüßung. In den vergangenen Wochen hätten der Bundesbauernrat, die Bundeskonferenz der Jungen ÖVP, der Bundestag des ÖAAB und die ÖVP-Minister in St. Florian getagt. Nun sei der Bundesbauernrat neuerlich zu Gast. Er streute Auer Rosen. "Ihr habt mit Auer eine sehr gute Entscheidung getroffen", sagte er. "Wenn man in Tirol aufwächst und in Oberösterreich veredelt wird, dann kann man auch edle Ergebnisse erwarten." Das Auditorium lachte. "Das rote Licht (am Rednerpult, Anm. d. Red.) leuchtet auf. Dem Roten bin ich immer ausgewichen. Deshalb beende ich meine Rede." Neuerlich Gelächter.

Zuvor hatte Pühringer betont, die Entwicklung im ländlichen Raum bereite ihm Sorgen. In den vergangenen sechs Jahren hätten 188 der 444 Gemeinden Oberösterreichs Einwohner verloren, obwohl die Gesamtbevölkerung des Bundeslandes um 2,8 Prozent gewachsen sei. Das bedeute Probleme mit dem Verkehr und Mobilität. Der ländliche Raum brauche Arbeitsplätze. Es gebe Probleme mit der Nahversorgung und es sei schwierig, Ärzte zu finden.

Nachhaltigkeit

Der Meinungsforscher Werner Beutelmeyer erläuterte, von seinem market-Institut sei zum Staatsfeiertag am 26. Oktober erhoben worden, worauf die Österreicher stolz seien. Das seien erstens die Kulturlandschaft, zweitens das Essen und drittens Tradition und Brauchtum. Die Österreicher würden sich mit dem ländlichen Raum identifizieren. Es gebe ganz klare Befunde, wohin die Reise gehen soll.

1. Nachhaltigkeit: Der ländliche Raum soll Produktionsraum bleiben, sei aber mit Verantwortung und Weitblick, nachhaltig zu bewirtschaften.
2. Regionalität: Sie habe eine ungeheure Wertigkeit, es gebe eine Sehnsucht nach Werthaltigkeit. Herkunftszertifizierung sei wichtig. Die Produkte müssten gleich gut und gleichpreisig sein.
3. Sicherheit. "Wir sind eine Hochrisikogesellschaft." Es gehe auch um Versorgungssicherheit, die heute nicht mehr selbstverständlich sei.

Applaus für Auer

Auer selbst, der mit großem Applaus begrüßt wurde, betonte, auch er kenne sein Geburtsdatum. Damit spielte er auf die Kritik an, dass er mit 62 Jahren bereits in einem Alter sei, in dem andere ihre Karriere beendeten. Sein Vater sei mit 65 Jahren von Tirol nach Oberösterreich übersiedelt. "Da werde ich diese Aufgabe wohl lösen können. Als ich mit 28 Jahren Bürgermeister geworden bin, war ich manchen zu jung. Heute bin ich manchen zu alt." Alle sollten wissen, "dass ich kein Übergangskandidat bin". Er kündigte an, die Funktion des Genossenschaftsanwalts in Oberösterreich zurückzulegen, obwohl ihm das schwerfalle. Im Parlament will Auer auch einige Funktionen in Ausschüssen zurücklegen.