Chronik | Oberösterreich
18.07.2017

Im Mund bitter, im Magen gesund

Es heilt Magen und Darm, es heilt und gleicht aus und wirkt appetitanregend.

Heuer genießt das Tausendgüldenkraut die Trockenheit, da es viel Sonne und kaum Regen liebt. Früher wanderte man oft weit, um genug für den Vorrat gesammelt zu haben. Der Sage nach soll einst ein reicher Mann armen Leuten 1000 Gulden für ein Mittel gegen sein Fieber geboten haben. Sie gaben ihm eine unscheinbar wirkende Pflanze, die ihn von seiner Krankheit heilte und daraufhin den Namen Tausengüldenkraut erhielt.

Nur an Sonnentagen

Die wunderbar zarten, rosa Blüten dieser Heilpflanze blühen nur an Sonnentagen. Am liebsten wächst sie inmitten von Gräsern, die sie als Schutz benötigt. Sie liebt karge, trockene Berghänge, Waldlichtungen und halbtrockenen Rasen mit kalkreichem, lehmigem oder moorigem und warmem Boden. Das Tausendgüldenkraut mag absolut keinen Dünger, gehört zur Familie der Enziangewächse und ist wie der Enzian eine Bitterpflanze. Wie heißt es doch so schön: Alles, was bitter im Mund, ist im Magen gesund, oder auch Bitter macht fitter! Meist fehlen uns aber viel zu viele Bitterstoffe, um unser System in Schwung zu halten. Das Tausendgüldenkraut ist ein ausgesprochenes Heilkraut für den erkrankten Magen. Es wirkt appetitanregend, beruhigend, blutreinigend und entzündungshemmend, fördert die Produktion des Magensafts und stärkt das Immunsystem. Diese Heilpflanze stellt im Magen und Darm die natürliche Ordnung wieder her und wirkt dadurch auch auf die Funktion von Leber und Galle.

Für Geist und Seele

Tausendgüldenkraut hat die Fähigkeit, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Es ist die Pflanze, die alles heilt und ausgleicht, nach überstandener Krankheit wieder kräftigt und positiv bei Erschöpfung wirkt. Es hilft, den Selbstwert zu steigern.

Das Tausendgüldenkraut blüht von Juni bis September und darf nur im eigenen Garten geerntet werden, weil es unter Naturschutz steht. Vor allem eignet sich die Heilpflanze zur Herstellung von Tees, Tinkturen und Aufgüssen. Gerade beim Tausendgüldenkraut ist es wichtig, die richtige Dosierung für sich selbst zu finden. Am besten ist ein Kaltauszug: Einen halben Teelöffel Tausendgüldenkraut auf einen halben Liter kalten Wasser, über Nacht ziehen lassen – beim Warmauszug nur kurz ziehen lassen, damit er auch angenehm schmeckt. Davon zwei Tassen trinken. Vor dem Essen hat dies eine appetitanregende Wirkung, nach dem Essen heilt es Magen und Darm und regt den Stoffwechsel an.

Monika Kronsteiner ist Kräuterpädagogin im 1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin in Bad Kreuzen