Chronik | Oberösterreich
30.12.2011

„Ich spürte ihren Eckzahn im Kiefer“

Mühlviertler wurde von belgischer Schäferhündin ins Gesicht gebissen. Der Besitzer des Tieres machte sich aus dem Staub.

Ich bin ein Hundenarr, vielleicht war ich deshalb ein wenig leichtsinnig“, bekennt Hermann Peirl. Das rechte Unterkiefer des 54-jährigen Berufskraftfahrers aus St. Georgen/Gusen ist am Freitag noch leicht geschwollen. Die eineinhalb Zentimeter große Rissquetschwunde in der Mundhöhle schmerzt. „Ich hoffe, dass der Hund wenigstens geimpft war und ich keine Krankheiten oder eine Infektion kriege“, sagt Peirl.

 

Mittwochfrüh hatte der Mühlviertler bei der Autobahnraststätte Lindach  (A1) einen Zwischenstopp  eingelegt. Dort fielen ihm zwei Männer auf, die einen belgischen Schäfer der Rasse „Malinois“ mit sich führten.
„Das hat mich sofort interessiert, weil ich selbst einen belgischen Groenendael-Schäfer hab’“, sagt Peirl. Der etwa 25-jährige Besitzer erzählte, dass er die einjährige Hündin in Tirol erworben habe. Peirl ging etwa 1,5 Meter entfernt vor ihr in die Hocke – sie sollte sich nicht fürchten.
Die Hündin schnupperte zuerst an ihm und schnappte mit geöffneter Schnauze nach seinem Gesicht. „Ich habe ihren Eckzahn unter meinem Kiefer und ihre oberen Zähne nur zwei Zentimeter unter meinem Auge gespürt.“

Blut

Der Besitzer riss den Schäfer zurück. Peirl fuhr sich mit dem Finger in den Mund und bemerkte Blut darauf. „Der Mann hat mir angeboten, einen Kaffee zu spendieren, den mir sein Kollege gebracht hat.“ Der Verletzte wollte zunächst aber auf die Toilette, um die Wunde zu begutachten. „Als ich zurückgekommen bin, waren der Hund und sein Herrl fort. Auch sein Kollege hatte es plötzlich eilig und ist mit einem weißen VW-Transit – mit der Aufschrift Stangl – weggebraust.“


Der 56-Jährige lieferte in Grödig seine Waren ab, wo er auch einen Arzt konsultierte. „Er hat bestätigt, dass mein Kiefer nicht gebrochen ist und den Vorfall angezeigt.“
Die Suche der Autobahnpolizei Seewalchen nach dem Hundebesitzer verlief bisher erfolglos. Peirl ist enttäuscht vom Verhalten des Mannes: „Ich wollte eigentlich kein Schmerzengeld haben – doch wenn man ihn jetzt ausforscht, klage ich das ein."