Höhere Gehälter und Zuschläge, aber Ambulanzgebühr entfällt

Einigung nach harten Bandagen: Niedermoser und Pühringer. © Bild: APA/WERNER KERSCHBAUMMAYR

"Es ging ans Eingemachte", sagt Ärzte-Präsident Niedermoser zum Kompromiss.

Die Erhöhung der Grundgehälter für die Ärzte, die Neuregelung der Überstunden, der Sonn- und Feiertagsdienste und Zulagen kosten das Land zwischen 20 und 25 Millionen Euro. Wie in der Montag-Ausgabe berichtet, haben sich die Vertreter der Ärztekammer und Landeshauptmann Josef Pühringer am späten Sonntagnachmittag auf eine Neuregelung der Gehälter geeinigt. "Es war ein sehr harter Verhandlungsverlauf, der in vielen Bereichen auch ans Eingemachte gegangen ist", resümiert Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser. Sein Verhandlungsteam habe mit dem Landeshauptmann einen Weg gefunden, "wie wir uns gemeinsam eine Besserstellung der Kolleginnen und Kollegen vorstellen". Am Donnerstag soll die Kurie der Spitalsärzte den Kompromiss absegnen.

Pühringer selbst hat seinen geplanten Kuraufenthalt in Bad Ischl wegen der Verhandlungen verspätet angetreten. Er hat ihn aber bereits gestern Abend wieder unterbrochen, um in Wien an den Verhandlungen zur Steuerreform teilzunehmen.

Zum Ergebnis selbst: Die Gehälter der Turnusärzte werden um 15 Prozent erhöht, die der Assistenz- und Sekundarärzte um 17, die der Fachärzte um 20. Die im jetzigen System befindlichen Ärzte erhalten das Optionsrecht in das neue Gehaltssystem, das ab 1. Juli in Kraft tritt, oder sie erhalten weiterhin die Ambulanzgebühren, jedoch auf dem Stand 2014 eingefroren. Die Ambulanzgebühr für neu eintretende Ärzte laufen grundsätzlich aus.

Zulagen

Ab der 41. Stunde wird jede Überstunde einzeln nach den gesetzlichen Vorschriften abgerechnet. Die Zulage für zwei Nachtdienste beträgt pro Monat 300 Euro, für den dritten Dienst 175 Euro, für den vierten 200 Euro, für den fünften 300 Euro und für den sechsten 350 Euro. Die Sonn- und Feiertagsvergütung beträgt 73 Euro, für die Rufbereitschaft pro Dienst pauschal 100 Euro. Jene Ärzte, die regelmäßig mindestens zwei Nachtdienste pro Monat leisten, erhalten über die Nachtdienstpauschale hinaus eine Erschwernisvergütung, die bei Fachärzten 250 Euro pro Monat beträgt.

Positiv ist für Niedermoser auch, dass der 25-prozentige Hausrücklass bei Sonderhonoraren um sechs auf 31 Prozent erhöht wurde. Die sechs Prozent gehen an den Solidarfonds der Ärztekammer, die das Geld aufteilt.

Erstellt am 26.01.2015