Hochprozenti­ges und Milchkühe

Schnaps der Bauersfamilie Hofer aus dem Mühlviertel ist ein echter Geheimtipp . Außerdem hat sie die Zahl der „Viecher“ verdoppelt

Ein echter Geheimtipp: Landwirt Reinhard Hofer  mit den Schnäpsen, die ihm von den Kunden aus den Händen gerissen werden. Neugierig beäugen die Kühe im  Stall die Besucher. Die Familie in ihrem Hof.

Völlig entspannt liegen rund 40 schwarz-weiß gefleckte Milchkühe in ihren mit Stroh bedeckten Kojen im modernen Laufstall der Bauersfamilie Hofer im mühlviertlerischen Ottenschlag. Es ist  ruhig in der aus Holzträgern gebauten, nach vielen Seiten offenen Anlage, nur das Schnaufen der Tiere ist zu hören. „Das ist ein gutes Zeichen. Wenn sie schreien, ist etwas nicht in Ordnung“, erklärt Jungbauer Martin Hofer.  Wer als Besucher nicht aufpasst, und nahe an die neugierigen Holstein-Friesian-Rinder an der Futterstelle herangeht, den tasten die Bewohner auch schon einmal mit ihren langen Zungen ab.

„Die Viecher sind  mir völlig vertraut und manchmal rede ich auch mit ihnen. Es ist sehr wichtig, dass man mit ihnen gut und ohne Gewalt umgeht“, sagt Mutter Walpurga während eines ihrer regelmäßigen Stallbesuche über die Kühe, von denen eine mehr als 10.000 Liter Milch – um einiges mehr als andere Rassen – pro Jahr gibt.
 

Unterstützung

Vor fünf Jahren haben sich die Hofers entschieden, das Gebäude neben ihrem klassischen Mühlviertler Dreiseiter zu bauen und die  Zahl der Tiere zu verdoppeln.  „Es gibt auch Fälle, wo sich die Eltern nichts sagen lassen und keine Veränderungen wollen. Das ist bei uns zum Glück nicht so. Sie unterstützen mich und sind immer offen für Neues“, sagt der 26-jährige Martin, der den Hof übernehmen wird und auf die Ausweitung der Milchwirtschaft gesetzt hat.

Neben der weißen und kalziumreichen Flüssigkeit verkaufen die Hofers auch  Schnäpse aus eigener Produktion mit großteils eigenem Obst von eigenen Bäumen.  Anders als  der Stall, in dem alle am Hof lebenden Familienmitglieder arbeiten, ist der Raum mit dem Schnapsbrenner nur das Reich des Familienvaters Reinhard. „Das ist Papas Hobby“, meint der Sohn.

Wobei, Werbung für seine hochprozentigen Produkte, auf deren Flaschen das schmucke Hofgebäude der Hofers prangt,  möchte der 53-Jährige aber eigentlich nicht machen. „Wir haben ohnehin immer zu wenig.“ Denn durch Mundpropaganda und dem Kosten der Destillate bei Wirten seien viele Menschen auf den Geheimtipp aus dem Hause Hofer aufmerksam geworden.  
Ab und zu gibt es auch einen Eierlikör, den Mutter Walpurga aus den  Produkten der Hühner zaubert. „Wir sind eben echte Selbstversorger“, sagen die Hofers.

Fotos von Picturenews.at

(Kurier) Erstellt am
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