Chronik | Oberösterreich
24.06.2017

Hessenpark: Anrainer befürworten Sperre in der Nacht

Kommende Woche muss sich der Gemeinderat mit der Sicherheit in der Stadt beschäftigen.

Das Thema Sicherheit ist in Linz nach der Vergewaltigung einer 18-Jährigen und wegen des Hotspots Hessenpark derzeit ein großes. Unter gleich 28 Anträgen bei der Sitzung des Linzer Gemeinderats am kommenden Donnerstag wird die geforderte Nachtsperre des Parks deshalb wohl auch für hitzige Debatten sorgen.

Derzeit zeigt die Exekutive dort starke Präsenz. Die Polizei platziert ihre Streifenwägen mitten im Rasen des Hessenparks. Dass trotzdem Drogendealer oft ungeniert in Sichtweite zu den Beamten Suchtmittel weitergeben, erzürnt auch Anrainer und Passanten.

Die im Park ebenfalls aufhältige Alko-Szene machte sich zuletzt einen Spaß daraus, den Dienstwechsel der Polizisten mit eigenen Wachablöse-Paraden aufzuziehen.

Vor allem das laute Treiben während der Nacht, das die Anrainer massiv stört, soll nun unterbunden werden. FPÖ-Vizebürgermeister Detlev Wimmer wird deshalb in der nächsten Gemeinderatssitzung beantragen, dass der Park während der Nacht mit einem Zaun gesperrt wird. "Erholungssuchende nutzen den Park während der Nacht nicht, eine Sperre hat nur Vorteile und keine echten Nachteile", erklärte Wimmer zuletzt.

Zustimmung

Unterstützt wird die Sperre aber nicht vom Regierungspartner SPÖ, sondern von der ÖVP. Nur lehnt deren Vizebürgermeister Bernhard Baier die Kosten für den Zaun von bis zu 300.000 Euro ab. Er wird beantragen, dass die Nachsperre ausgeschildert und Kontrollen durch die Polizei und den Ordnungsdienst veranlasst werden.

Beide Vorschläge dürften an Stadtchef Klaus Luger und der SPÖ abprallen. " Sperren wir den Hessenpark, haben wir die Szene-Probleme sofort woanders in der Stadt ", erklärte Luger gegenüber dem KURIER. Er steht deshalb auch bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative "Lebenswerter Hessenpark" im Mittelpunkt der Kritik. Als eine "temporäre Lösung" sei eine Nachtsperre tauglich, weiters müsse man für eine Ersatzfläche mit Betreuung für das Drogenklientel sorgen, forderte Sprecherin Olga Lackner am Freitag. Vervollständigen werden den Hessenpark-Marathon zwei weitere Anträge. Die Grünen fordern eine Gesamtstrategie zur Drogenproblematik, die Neos wollen die Szene in den Park beim Kepler-Klinikum umsiedeln.