Chronik | Oberösterreich
11.03.2018

Heilsames Wasser und Erholung im Kurpark

Die Landesvilla ist der berühmteste Jugendstilbau Österreichs.

Wer nach Bad Hall, der "Stadt am Park" kommt, sollte seinen Besuch auch beim Kurpark beginnen. Die über 30 Hektar große Anlage lädt zum Flanieren zwischen mächtigen Baumriesen und prächtigen schlossähnlichen Gebäuden ein. Besonders beeindruckt die "Landesvilla", der berühmteste Jugendstilbau Oberösterreichs. Der Baumeister Mauriz Balzarek hat diesen und noch andere Prachtbauten in Bad Hall geschaffen. Bürgermeister Bernhard Ruf kennt die lange Geschichte des Ortes: "Bereits in der Gründungsurkunde des Stiftes Kremsmünster von 777 wurden die Salzquelle sowie drei Sudknechte erwähnt. Das mittelalterliche Herzogenhall war dann eine bedeutende Waffenschmiede. Seit 200 Jahren wird das jodhaltige Wasser für Heilzwecke genutzt."

Die Tradition des Ortes findet sich trefflich dokumentiert im Museum Forum Hall. Obmann Peter Kerbl führt durch eine kunsthistorische Einmaligkeit, die "erste Haustürensammlung der Welt". Über hundert Türen und Tore zeigen die unterschiedlichen Symbole, von Sonne, Sternen, Ähren, Andreaskreuz bis zu Herzen. Bekannte Sprüche kommen einem in den Sinn wie: "Mit der Tür ins Haus fallen" oder "Vor der eigenen Tür kehren". Wir verlassen durch eine Jugendstiltüre den bemerkenswerten Ort und gelangen in den Kurpark.

Dort startet der Feyregger Rundwanderweg Nr. 21. Durch eine Allee von uralten Buchen führt der Weg hin unter zum Sulzbach. Jetzt winterlich ruhig, kann er bei Hochwasser ein gänzlich anderes Gesicht zeigen. Hier trifft man unmittelbar auf das Gebäude der Tassiloquelle, der ältesten Jod-Sole-Quelle von Bad Hall. Der Weg führt zunächst auf den im Nachbarort Pfarrkirchen gelegenen Kalvarienberg. Weiter geht es vorbei an stattlichen Vierkantern mit weitem Rundblick auf das sanfte Alpenvorland. Dann passiert man das Schloss Feyregg, eines der schönsten Barockschlösser des Landes. Im Zentrum von Bad Hall trifft man schließlich auf das älteste Gebäude und Wahrzeichen der Stadt, die Margarethenkapelle aus dem 13. Jahrhundert. Gleich daneben lädt die großartige neugotische Stadtpfarrkirche mit ihrem sechzig Meter hohen Turm zum Besuch ein. Ein Platz zum Innehalten und ein würdiger Abschluss des Besuchs im Kurort.

Die zweistündige Rundwanderung war jedenfalls so gesund, dass sie auch der griechische Philosoph Demokrit empfohlen hätte, der gesagt hat: "Da flehen die Menschen die Götter um Gesundheit an und wissen nicht, dass sie selbst die Macht darüber besitzen."

Autor Josef Leitner ist Universitätslektor und besucht mit seinem Reisemobil interessante Plätze der Natur und Kultur