Chronik | Oberösterreich
23.11.2017

Grundwasserverschmutzung in OÖ: Zwei Schuldsprüche, ein Freispruch

Bedingte Haft und unbedingte Geldstrafen wurden für Mitarbeiter von Entsorgungsbetrieb und Deponie verhängt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Im Prozess um eine Grundwasserverschmutzung in Ohlsdorf (Bezirk Gmunden) sind am Donnerstag in Wels ein Mitarbeiter einer Entsorgungsfirma zu sechs Monaten bedingt und einer unbedingten Geldstrafe von 15.300 Euro sowie ein Mitarbeiter einer Deponie zu drei Monaten bedingt und 3.600 Euro unbedingt verurteilt worden. Ein weiterer Deponiemitarbeiter wurde freigesprochen.

Gegen die betroffenen Firmen wird ein eigenes Verfahren geführt. Dem Land Oberösterreich sowie Gemeinden wurden als Privatbeteiligte Beträge in insgesamt sechsstelliger Höhe zugesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Modriger Geschmack

Ins Rollen geriet der Fall, als sich Anfang des Jahres 2014 etliche Bewohner von Ohlsdorf über einen modrigen Geschmack und Geruch ihres Trinkwassers beschwerten. Bei der Ursachenforschung stellten die Behörden im Grundwasser eine chemische Verbindung in Kleinstspuren und unter der herkömmlichen Nachweisgrenze fest, die auf Pestizide hinwies. In Verdacht geriet eine Baurestmassen-Deponie an der Traun. Dort wurde die chemische Verbindung ebenfalls gefunden.

Am Donnerstag war der technisch-chemische Sachverständige Jürgen Maier am Wort. Er erklärte, dass die Probennahme bei den angelieferten Sedimentschlämmen "keineswegs lege artis war". Das Material sei nicht in einem eigens dafür vorgesehenen Zwischenlager untersucht, sondern zunächst in der Sickergrube abgelagert und erst dort beprobt worden. Zu diesem Zeitpunkt sei aber der wässrige Anteil schon versickert gewesen.

Mindestens 11 Monate Beeinträchtigung

Experten gehen davon aus, dass die Beeinträchtigung der Traun mit belastetem Oberflächenwasser mindestens über einen Zeitraum von elf Monaten erfolgte, vermutlich sogar länger. Die Kosten, die für die Beseitigung der Schäden aufgewendet wurden, sollen rund drei Mio. Euro betragen - etwa 1,27 Mio. von Gemeinden bzw. dem Land, 1,8 Mio. vom Deponiebetreiber

Dem Land Oberösterreich wurden als Privatbeteiligter 292.000 Euro zugesprochen, weitere Privatbeteiligte, darunter v.a. Gemeinden, erhielten insgesamt rund 148.000 Euro zugesprochen.