Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

Großvater soll Enkel missbraucht haben

Drei Enkeltöchter sollen Opfer des 68-Jährigen geworden sein. Er ist in Untersuchungshaft.

Ein 68-jähriger Salzburger sitzt seit 11. Juni in Wels in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren sexuellen Missbrauch von Unmündigen vor. Opfer sollen seine drei Enkeltöchter im Alter von acht bis 17 Jahren sein.

"Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen, die Verdachtsgründe wiegen aber so schwer, dass die U-Haft schon mehrfach fortgesetzt worden ist", erklärt Staatsanwalt Christian Hubmer.

Helmut R. erfuhr Ende Juni per Brief von seinem Vereinskollegen, dass dieser in Schwierigkeiten steckt. S. forderte ihn auf, von ihm das Amt als Vereinspräsident zu übernehmen. "Er hat mir geschrieben, dass er wegen einer kritischen Sache in U-Haft sitzt", erzählt der Salzburger. Um welches Delikt es sich handelt, stand nicht darin. "Er hat erklärt, dass Aussage gegen Aussage steht. Er hat sich aber nicht dazu geäußert, ob an den Vorwürfen etwas dran ist oder nicht." Josef S.s Enkelkinder kennt der neue Vereinspräsident nicht. "Er hat nur von ihnen erzählt."

Tatort Boot

S. sei oft am Attersee gewesen. "Weil er dort auch ein Boot hatte", sagt R. Die Enkerl sollen häufig auf dem Schiff geschlafen haben: "Für mich gab es keine Anzeichen für Missbrauch. Aber ich habe ihn nie mit Kindern gesehen."

Um welch schweren Vorwürfe es sich handelte, erfuhr R. nur stückchenweise. "Als der Josef plötzlich nicht mehr da war, dachten wir zuerst an ein Burn-out." Doch dann sei langsam alles herausgekommen und habe sich wie ein Lauffeuer im Verein verbreitet: "Jetzt, wo alles bekannt ist, bin ich erleichtert, weil ich mein Amt offiziell wahrnehmen kann."