Drei mit Ultraschall-Scans bedruckte Glaswände sollen einen privaten Ort des Rückzugs und der Trauer schaffen

© /Ulrike matscheko-altmüller

Chronik Oberösterreich
02/14/2016

Gedenkstätte für still geborene Kinder

Benefizkonzert: Damit ein Ort der Trauer geschaffen werden kann, treten Künstler am 26. 2. in Gramastetten auf.

von Claudia Stelzel-Pröll

Still geboren, weil das erste Lebenszeichen, auf das alle warten, fehlt. Der Schrei als Start des neuen Lebens. Nach wie vor müssen still geborene Kinder unter 500 Gramm in Österreich nicht bestattet werden. Oft haben die Eltern keinen Platz, an dem sie trauern können.

Eine vereinsübergreifende Frauengruppe setzt sich deshalb für die Errichtung einer Gedenkstätte für still geborene Kinder auf dem Friedhof in Gramastetten ein. "Vor allem bei einer Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft wissen Frauen und auch Männer oft nicht, wohin sie sich mit ihrem Schmerz wenden sollen", erklärt die Initiatorin Petra Burger. Ein konkreter Platz helfe oft, den Verlust besser zu bewältigen.

Um die finanziellen Mittel für das Projekt aufzustellen wird am 26. 2. um 20 Uhr zu einem Benefizkonzert ins Pfarrheim Gramastetten eingeladen. Klassisches, Sound-Installationen und Jazziges stehen auf dem Programm, Karten kosten 18 €.

Die Gramastettner Künstlerin Ulrike Matscheko-Altmüller zeichnet für Idee, Konzept und Umsetzung verantwortlich. "Für mich ist das auch eine Trauerarbeit, denn ich bin selbst eine Betroffene. Ich schaffe diesen Ort auch mein Kind, das ich verloren habe," sagt die Künstlerin.

Privat

Die Gedenkstätte besteht aus einer Wassersäule, die auf drei Seiten von Glaswänden umrahmt ist, deren Innenraum zur privaten Trauer einladen soll. Die Kieselsteine, die um die Wassersäule liegen werden, bieten die Möglichkeit, einen persönlichen Gedenkstein zu kreieren und dort wieder anzulegen. Die Glaswände sind mit Collagen aus Ultraschall-Scans eines heimischen Trauerschmetterlings bedruckt. "Früher wurden still geborene Kinder auch Schmetterlingskinder genannt. Das erste Zeichen des Lebens ist für Eltern heutzutage meist ein Ultraschallbild des Kindes. Die Kombination aus Schmetterling und Ultraschallbild stellt für mich das Sinnbild für Trauer und Verlust dar, " erklärt Matscheko-Altmüller.

Sobald die Finanzierung steht, kann mit der Umsetzung begonnen werden. Großer Wunsch aller Beteiligten wäre eine Fertigstellung bis Allerheiligen.

INFO: Das Projekt wird durch Mittel der Pfarre Gramastetten, Förderungen und durch Spenden finanziert. Spenden gerne per Überweisung auf das Konto BW, UM Spendenkonto Gedenkstätte. IBAN: AT52 4946 0408 4974 0000, Verwendungszweck: Gedenkstätte

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