Chronik | Oberösterreich
12.11.2017

"Für die New Yorker ist man ein Held"

New York Marathon – "Deine Schmerzen sind nicht so schlimm wie die Regierung".

"Es war super, aber ein schwieriger Marathon." Der Linzer Labormediziner Corrado Rocchetti lief am vergangenen Sonntag den Marathon in New York. 58.000 LäuferInnen aus 125 Nationen waren am Start. "Ich habe so etwas noch nie erlebt, die Zuschauer bieten Bananen, Klopapier und sogar medizinische Cremen an", erzählt der 64-Jährige. Gleich zu Beginn ist die rund 2,5 km lange Verazzano-Bridge zu überqueren, die Staten Island mit Brooklyn verbindet. "Sie hat fast kein Ende genommen. Ich habe mich aber sehr gut gefühlt und gespürt, dass das heute mein Tag ist." Mit 3:59:58 Stunden hat Rocchetti eine sehr gute Zeit erzielt, denn die Strecke enthält doch einige Steigungen, so die gewölbten Brücken und zum Schluß im Central Park. "Nach einer Stunde hat es leicht zu regnen begonnen, der Regen hat bis ins Ziel im Central Park angehalten." Tausende Polizisten hätten die Strecke abgesichert, "ich glaube, das ist der bestgesicherte Marathon der Welt."

Er erinnert sich noch an ein Motivationstransparent eines Zuschauer, auf dem Stand: "Deine Schmerzen sind nicht so schlimm wie die Regierung." Rocchetti ist von den New Yorkern angetan. "Sie sind sehr freundlich. Alle gratulieren einem, für sie ist man ein Held." Der Labormediziner hat nun Blut geleckt. Beim Linz-Marathon will er im Frühjahr seine Bestzeit verbessern, die er mit 3:51 Stunden 2012 in Florenz gelaufen ist. Vorher erholt er sich noch in den USA und fährt im Auto mit seiner Partnerin von Washington nach Florida.

Ein weiterer Starter war Johannes Pracher, Geschäftsführer der Kepler Society, der sich und seiner Frau Irmgard den Marathon als Hochzeitsreise geschenkt hat. Beide liefen händchenhaltend nach 3:26 Stunden ins Ziel. "Eine einzigartige Stimmung und eine Begeisterung in der Stadt, die ich noch bei keiner Sportveranstaltung erlebt habe. Irmgard und ich hatten einZiel. Die 42 km zu laufen und jeden Schritt zu genießen. Das ist uns auch wirklich gelungen. Meine Frau und ich haben mit unzähligen Kindern und Zuschauern abgeklatscht und auch Fotos gemacht. Lauftechnisch haben wir uns an das lockere Tempo gehalten und sind einen Schnitt von knapp unter fünf Minuten pro Kilometer gelaufen. Trotz leichten Regens und für eher bescheidene 12 Grad waren die Straßen sensationell gefüllt." Zur Zeit setzt das Sportlerpaar ihre Hochzeitsreise im Süden der USA fort.