Chronik | Oberösterreich
30.05.2017

Fischer zog vor 20 Jahren verlorene Geldbörse aus See

Der Verlust in den 90ern war längst vergessen, da hing die Brieftasche samt Inhalt am Anker.

"Ich wusste doch, dass ich mein Geldtascherl irgendwo verlegt hatte. Endlich habe ich es wieder." So kommentierte der 61-jährige Fischer und Schriftsteller Hans Eichhorn seinen bisher außergewöhnlichsten Fang amüsiert. Eichhorn fischte bei einer Ausfahrt am vergangenen Samstag im Beisein seiner Frau und seines Sohnes die eigene – vor rund 20 Jahren verlorene – Brieftasche aus den Tiefen des Attersees.

In gut 90 Metern Tiefe müsse sich die Brieftasche am Anker verhängt haben, schilderte der Berufsfischer und Künstler auf seiner Facebookseite. Um sich gleich zu fragen, wie groß wohl die Wahrscheinlichkeit für so einen Fang sei und ob er nicht wieder Lotto spielen sollte. Der Lyriker und Erzähler kennt den Attersee von seiner Kindheit an bestens, weil er dort schon seinem Vater beim Fischen geholfen hatte.

Viel geklickt

Nicht ahnen konnte der Autor, dass seine Botschaft gleich im Internet auf äußerst reges Interesse stoßen wird. Vor allem ein Bild des verschlissenen Portemonnaies, samt der oxidierten Schillingmünzen, der recht gut erhaltenen Bankservicekarten und der unbeschadeten Geldscheine weckte das Interesse und die Fantasie vieler.

Gut 500 Schilling fanden sich in der Brieftasche, deren Verlust Eichhorn längst vergessen hatte. In manchen Facebook-Kommentaren wurde der Fund wegen der unversehrten Schillingscheine sogar angezweifelt. Doch auch Eichhorns Frau Elisabeth und sein Sohn Johannes beharren auf der Echtheit des außergewöhnlichen Fundes.

"Ja, vielleicht sollte er darüber ein neues Dramolett schreiben. Dazu reden mag er jetzt nicht mehr", richtete Ehefrau Elisabeth im KURIER-Gespräch aus. Den Fang hätten sowohl ihr Mann, als auch sie und ihr Sohn am ersten Blick gar nicht glauben können.

Verheddert

Die Börse hatte sich am Ankerhaken des Fangnetzes, der am Seegrund dahingezogen worden war, verheddert. Elisabeth Eichhorn: "Nach und nach kam Hans die Erinnerung an den damaligen Verlust. Welches Jahr es war, wissen wir nicht genau. Die Jahreszahl auf einem Kalender, der sich in der Börse befand, war schwer leserlich. Es war entweder 1992 oder 1998".