Chronik | Oberösterreich
05.11.2017

"Euro wirtschaftlich ein Vorteil, für die Menschen ein Nachteil"

Weltspartag. Die Bank Austria servierte Kaffee, die Sparkasse OÖ Cocktails – Nullzinsen gehen auf Kosten der Zukunftsvorsorge.

Für viele Firmenkunden und Prominente begann der Weltspartag heuer in der Bank Austria am Linzer Hauptplatz. Das Institut lud ab 9 Uhr zum Frühstück, um die Kunden gestärkt in den Tag zu schicken. Franz Schwarz, der Amann-Kaffee vertreibt und eine Barista-Ausbildung vorweisen kann, bereitete mit seiner Spezial-Maschine vorzüglichen Kaffee zu. "Der Kaffee sollte in der Tasse immer eine schöne, haselnussbraune Crème haben", erklärte er. Die Bankmanager Hartmut Staltner, Andreas Teubel und Karl Mader waren vom Kaffee ebenso angetan wie die Kunden. Um zum Sparen zu motivieren, hat die Bank Austria für die unter 14-Jährigen ein Sparbuch mit dreiprozentiger Verzinsung aufgelegt. Sie setzt auch stark auf Firmenkunden, da sie über ein weltweites Netz von Filialen verfügt, das besonders für die exportierende Industrie interessant ist.

In der Sparkasse Oberösterreich an der Promenade wurden Cocktails serviert. Man konnte wählen zwischen dem alkoholfreien Primavera, dem Driveinha, dem Flor de Cuba und einem Blue Gin Tonic. Generaldirektor Michael Rockenschaub unterhielt sich angeregt mit Unternehmern. Vom KURIER gefragt, was er sich von der neuen Bundesregierung erwarte, sagte er: "Die Wirtschaft braucht eine Entbürokratisierung, die Regionalbanken ein Abmildern der übertriebenen Regularien." Er kritisiert die zu niedrigen Sparzinsen. "Die Europäische Zentralbank hat sie gesenkt, um den Staaten die Verschuldung zu erleichtern. Der Nullzinssatz ist der Kitt für die Spannungen in der Euro-Zone, damit sie nicht in eine Nord- und Südzone auseinanderfällt. Das ist ein Spiel mit dem Vertrauen der Menschen in das Geld." Griechenland wäre mit einer eignen Währung mehr geholfen gewesen. "Der Euro war wirtschaftlich für Europa ein Vorteil, für die Menschen war er in den vergangenen Jahren ein Nachteil."