Das Gericht in Dubai verurteilte ihn zu lebenslanger Haft.

© /Nihad Amara

Eugen Adelsmayr
04/05/2015

"War immer politisch interessiert"

In Dubai drohte ihm die Todesstrafe – jetzt will Arzt Adelsmayr für die Neos in den Landtag.

von Daniel Scheiblberger

Es war bereits Anfang 2012, als Neos-Parteichef Matthias Strolz mit Eugen Adelsmayr Kontakt aufgenommen hat. "Er hat mich gefragt, ob ich mich engagieren möchte, aber ich war damals einfach noch nicht in der richtigen Verfassung. Es ist seinerzeit zu viel passiert", erinnert sich der leidgeprüfte Arzt aus Bad Ischl, dessen Schicksal großes Aufsehen erregt hat.

Adelsmayr stand von 2011 bis 2012 in Dubai vor Gericht. Ihm wurde vorgeworfen, er habe einen Patienten ermordet – es drohte sogar die Todesstrafe. Drei Fachgutachten zu seinen Gunsten blieben im Prozess unberücksichtigt. Schließlich wurde der zweifache Vater im Oktober 2012 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der Strafe entkam er nur, weil er zum Zeitpunkt des Urteilsspruchs bereits wieder in Österreich war – allerdings wegen eines weiteren tragischen Vorfalls. Während des Verfahrens im Wüstenemirat war seine Frau Antonia an Krebs erkrankt und im Jänner 2012 verstorben. Die Staatsanwaltschaft Wels erklärte ihn nach Durchsicht aller Akten im Jänner vergangenen Jahres endgültig für unschuldig – für Adelsmayr war das "eine Befreiung".

Politisches Interesse

Jetzt will der Mediziner für die Neos in den oö. Landtag einziehen. "Ich war schon immer politisch sehr interessiert, war aber früher nicht so sesshaft wie heute. Nun ist Oberösterreich mein Lebensmittelpunkt, und daher will ich mitgestalten", sagt der 56-jährige Anästhesist. Die Neos-Bewegung sei ihm sympathisch, mit den Grundwerten könne er sich sehr gut identifizieren.

"Darüber hinaus haben wir auch ein frisches, freiheitsliebendes Team, das etwas Positives für die Gesellschaft leisten will." Er selber möchte sich aufgrund seiner Expertise vor allem im Gesundheitsbereich einbringen. "Schlechte Medizin ist teure Medizin. Es gibt hier viele Möglichkeiten, wie man die Qualitätsstandards hebt und das Gesundheitssystem kostengünstiger macht." Seit zwei Jahren studiert er Medizinrecht auf der Linzer Johannes Kepler Universität. Ob er neben der Politik denn noch Zeit für seine Tätigkeit als Arzt habe? "Das lässt sich leicht einrichten. Als Freiberufler bin ich völlig unabhängig und sehr flexibel." Wie groß die Chancen für die Neos in OÖ sind, wisse er nicht. "Ich habe keine Ahnung, wie viel wir schaffen."

"Wird schon werden!"

Adelsmayr ist einer von 36 Bewerbern, die für die Neos in den oö. Landtag wollen und sich im Internet bis 9. April der "Vorwahl" (siehe Artikel re.) stellen. Neben seinem Foto auf der Partei-Homepage steht der Text "Wird schon werden!". Das sei kein politisches Statement, meint er, "ich sage den Satz öfters. Das ist mein persönlicher, optimistischer Spruch."

Neben Adelsmayr geht aber noch ein weiterer prominenter Kandidat für die Neos ins Rennen. Felix Eypeltauer, Urenkel des legendären Linzer Bürgermeisters Ernst Koref, will in den Linzer Gemeinderat einziehen. Der 22-jährige studiert in Linz Rechtswissenschaften und sieht sich als Sprachrohr der jungen Generation. Für die Landtagssitze treten auch Neos-Landeschefin Judith Raab und ihr Stellvertreter Stefan Schobesberger an.

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