Wird der ehemalige SPÖ-Vorsitzende Entholzer Bürgermeister der neuen Großgemeinde Peuerbach?

© APA/HELMUT FOHRINGER

Gemeindefusion Peuerbach
10/16/2016

Erheblicher Widerstand gegen die Zusammenlegung

Steegen, Bruck-Waasen und Peuerbach stimmen am 6.11. über eine Zusammenlegung ab.

von Josef Ertl

Nach den Zusammenschlüssen von Aigen und Schlägl und Rohrbach und Berg steht eine weitere Gemeindefusion an. Steegen (1038 Einwohner), Bruck-Waasen (2330 Ew.) und Peuerbach (2238 Ew.) stimmen in drei Wochen in einer Volksbefragung über eine gemeinsame Zukunft ab. Mit 5700 Einwohnern und 57 Quadratkilometern würde die größte Stadt des Bezirkes entstehen, größer als die Bezirkshauptstadt Grieskirchen (4850 Ew.) selbst. Doch diesmal weht den Befürwortern scharfer Wind entgegen.

"Die Zahlen der Einsparungen, die uns vorgelegt wurden, sind falsch. Das sind unwahre Behauptungen. Die Präsentation ist so wie es früher im Ostblock war, das sind nur positive Meldungen", erhob Friedl Lehner, ehemaliger Vizebürgermeister und ÖAAB-Obmann von Bruck-Waasen, die Stimme gegen die Zusammenlegung. Donnerstagabend waren rund 100 Bürger zum Informationsabend zum Wirt in Stefansdorf gekommen, um sich das Fusions-Vorhaben von den Vertretern des Lenkungsausschusses erläutern zu lassen. Lehner, ein Opinionleader in Bruck-Waasen, kritisierte seinen Bürgermeister und Parteifreund Peter Sattlberger, einen Befürworter der Fusion: "Kannst Du die freien Geldmittel nicht bei uns in der Gemeinde investieren? Musst Du die Peuerbacher Braut schmücken?" Lehner erhielt von den Anwesenden kräftigen Applaus.

Peter Oberlehner, Bürgermeister von Peuerbach, widersprach ihm. "Es geht nicht um ein paar Tausender mehr oder weniger, sondern um die Perspektive für unsere Kinder, damit sie Arbeitsplätze in unserer Region bekommen. Die entscheidende Frage ist, wie sich die Region entwickelt." Ein älterer Diskussionsteilnehmer aus Bruck-Waasen meinte, das Peuerbacher Ortsschild, auf dem Gesunde Gemeinde stehe, sei falsch. "Die Bevölkerung ist gesund, aber die Gemeinde ist krank." Er sprach damit die landläufige Meinung an, dass die gesunde Gemeinde Bruck-Waasen nun die überschuldete Gemeinde Peuerbach sanieren müsse. Bürgermeister Oberlehner widersprach energisch. Es seien lediglich 440.000 Euro für das Veranstaltungszentrum Melodium offen, die bis 2023 abbezahlt würden. Dazu kämen noch Kredite für zehn Wohnungen, die durch die Mieteinnahmen abgedeckt würden. Außerdem verfüge Peuerbach über ein Vermögen von 26 Millionen Euro.

Bei großen Teilen der Landbevölkerung besteht die grundsätzliche Befürchtung, dass bei einer Fusion das Geld nur mehr in der Stadt Peuerbach investiert wird und das Land zu kurz kommt. Die Steegener ÖVP und ihr Bürgermeister Herbert Lehner lehnen die Zusammenlegung generell ab. Hingegen befürworten die SPÖ, die FPÖ und die Grünen aller drei Gemeinden den Zusammenschluss. Sollte es am 6. November in allen drei Gemeinden eine Mehrheit für die Fusion geben, sollen 2018 ein neuer Gemeinderat und ein neuer Bürgermeister gewählt werden. Das neue politische Oberhaupt sollte den Job hauptberuflich ausüben. Da bei der ÖVP, die in allen drei Gemeinden die Mehrheit hat, unklar ist, wer antreten wird, werden derzeit Reinhold Entholzer die besten Chancen eingeräumt. Der ehemalige SPÖ-Vorsitzende und Landeshauptmannstellvertreter war Gemeinderat in Steegen und gilt als respektiert und angesehen. Und er gilt auch für die ÖVPler als wählbar. Vor allem von jenen, die von der Fusion enttäuscht sind.

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