Chronik | Oberösterreich
06.12.2017

Eine Milliarde für Linzer Brücken

Geplante Asfinag-Großprojekte bis 2031 fertig / Großer Öffi-Ausbau steht aber noch aus.

Mit einem Investitionspaket von einer Milliarde Euro bis zum Jahr 2031 will die Straßenerhalterin Asfinag die Verkehrsprobleme in Linz lindern. Von den 110.000 Pendlern, die immer wieder im Stau stehen, wird noch länger Geduld verlangt. Und noch fehlende Großinvestitionen durch das Land Oberösterreich und die Stadt Linz in den öffentlichen Verkehr lässt bei den Einpendlern wohl die Lust auf einen Umstieg weiter in Grenzen halten.

Das Asfinag-Engagement betrifft zwei Donau-Brücken. "Die brauchen wir, wie einen Bissen Brot", sagte Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) bei der Präsentation der Asfinag-Pläne am Mittwoch. "Wir setzen in Linz zwei der wichtigsten und komplexesten Autobahnprojekte in ganz Österreich um", unterstrich die neue Vorstandsdirektorin Karin Zipperer den Stellenwert des Ausbaus der A7-Voest-Brücke und des Bau-starts der A26-Brücke im sogenannten Westring um Linz.

428 Millionen Euro werden in die A7 investiert. Dabei bekommt der Universitätsstadtteil bei Auhof einen neuen Autobahnanschluss. Zudem wird die täglich von 100.000 Autos frequentierte Voest-Brücke links und rechts mit zwei jeweils zweispurigen Bypass-Brücken mit 14 Auf- und Abfahrtsrampen verstärkt. Begonnen wird mit dieser 168 Millionen-Baustelle im Jänner 2018. Seit gestern sind mit Swietelsky und Granit-Bau auch die Baufirmen bekannt.

Harte Jahre

Bis zur Fertigstellung im werden die Verkehrsteilnehmer Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. "Noch drei harte Jahre, dann sollten die schlimmsten Verkehrsverhältnisse überwunden sein", meinte Bürgermeister Luger. Linz soll dann wieder aus den täglichen Verkehrsmeldungen gestrichen sein. Mit beiden zusätzliche A7-Donauquerungen und der in Bau befindlichen neuen Eisenbahnbrücke zwischen der Linzer Donaulände und Urfahr werde ab Sommer 2020 eine deutlich spürbare Entlastung im Linzer Verkehrschaos geben, versprechen Stadtchef Luger und OÖ Verkehrsreferent Günther Steinkellner (FPÖ).

Durch Einsprüche und Gerichtsverfahren um Jahre verzögert, erfolgt im Herbst 2018 der Baustart für die Donaubrücke im 668 Millionen Euro schweren Westring-Projekt, kündigte Zipperer an. In drei Etappen wird bis 2031 gebaut.

Wenn 2023 die neue Hängebrücke zum Teil genützt werden kann, sollen die städtische Nibelungenbrücke und das Stadtzentrum um 20.000 Autos täglich entlastet werden. Diese Brücke würde ohne die A26 bis zum Jahr 2030 mit 62.000 Autos belastet sein, rechneten die Verkehrsplaner vor. Mit fünf und zehn Prozent sind die Stadt und das Land OÖ zur Mitfinanzierung des Westrings verpflichtet.

Landesbudget

Für Landesrat Steinkellner, der in der heutigen Budgetdebatte des OÖ Landtags sein Infrastrukturbudget (307 Millionen Euro) präsentiert, wird die erste Westring-Rechnung erst 2019 fällig.

Unter dem Druck des schwarz-blauen Sparbudgets und dem Zwang, den Öffi-Verkehr zu stärken, schichtet Steinkellner um. 2018 werden vom oö. Straßenbudget 25 Mio. Euro abgezogen und damit der Öffi-Verkehr (154 Mio. €) aufgebessert. Vor allem Park&Ride-Anlagen entlang der Bahnen sollen gebaut werden. Da mit 90 Mio. Euro Bus- und Bahnbetrieb abgesichert werden müssen, schrumpft der Investitionsspielraum. Steinkellner: "2019 braucht die Infrastruktur dringend mehr Geld, sonst müssen Projekte ganz gestrichen werden".