Chronik | Oberösterreich
18.06.2017

Die Natur bewusst machen

Tausende informierten und labten sich im Linzer Volksgarten.

Am Stand des Naturschutzbundes zimmerten Kinder und Jugendliche aus vorbereiteten Hölzern Vogelhäuschen zusammen, die Pfadfinder informierten über ihre Anliegen ebenso wie der Landesjagdverband oder die Koordinationsstelle für Fledermausschutz- und forschung, oder die Bergvagabundin, die Führungen am Dachstein und im Toten Gebirge anbietet, oder der Linzer Tierschutzverein. Die World Foundation for Natural Science, eine naturwissenschaftliche Organisation der Franziskaner, klärte über Krebs auf, der ihrer Meinung durch Mikrowellenöfen hervorgerufen wird wie über das Bienensterben, verursacht durch Strahlung.

Rund 40 Stände waren gestern, Samstag, im Linzer Volksgarten beim Fest der Natur aufgebaut. Tausende nutzten das bewölkte Wetter für einen Rundgang.Großen Zuspruch fanden die Stände des Genusslandes, wo es zu essen und zu trinken gab. Natürlich Bratwürstel und Innviertler Knödel mit Sauerkraut. Es gab auch Kräutertees aus Hirschbach oder Heidelbeersaft vom Lohninger in Seewalchen. Der Biohof Thauerböck bot Bio-Whisky, Pechöl, Bio-Edelbrände und Bio-Nudeln an.

Auf der Bühne moderierte ORF-Lady Claudia Woitsch und befragte die Prominenz. "Ohne Bewusstseinsbildung erreicht man keine Akzeptanz für das Gesamtprodukt Natur und Landschaft", klärte Gottfried Schindlbauer, Direktor der Naturschutzabteilung des Landes, über den Sinn der Aktivität auf. "Obwohl wir eine Behörde sind, machen wir relativ viel Öffentlichkeitsarbeit. Ich sage immer, der Erfolg setzt sich aus der Qualität unserer Arbeit mal der Akzeptanz durch die Menschen zusammen. Wenn eines davon wegbricht, hat man den Erfolg nicht." Im heurigen Jahr stehen wieder drei große Projekte an: die vielen Ausflüge im Rahmen des Naturschauspiels (www.naturschauspiel.at), das Fest der Natur und der Naturschutzpreis Phylira, der in drei Kategorien ausgeschrieben ist: für Universitäten und Fachhochschulen, für Schulen und für Einzelinitiativen. Thema ist das Erregen von Aufmerksamkeit für Natur und Landschaft.

Naturschutzreferent und Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner erklärte die Idee des Fests so: "Wir wollen auf spielerische Weise den Naturschutz näherbringen. Es geht nicht nur um Ge- und Verbote, sondern um Bewusstseinsbildung." Man dürfe aber auch nicht den Hausverstand außer Acht lassen. Heuer habe man mit dem Projekt Luchs gestartet. In zwei Wochen werden alle Naturschutzreferenten aller Länder nach Oberösterreich kommen, um ihre Position in der Frage der Natura-2000-Gebiete abzustimmen. Hier fordert die EU die Einbeziehung weiterer Gebiete.

Haimbuchner wurde bei seinem Volksgarten-Rundgang begleitet von seinen Parteikollegen Adalbert Cramer, dem Zweiten Landtagspräsidenten und von Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner. Weiters von Simone Hauser, die in Haimbuchners Büro für den Naturschutz zuständig ist, und von Renate Katzmayr.