Die Antwort auf die Landflucht: Betriebsansiedelungen

Die Politik setzt auf günstige Baugründe und Betriebsansiedelungen als Antwort auf die Abwanderung aus den Randregionen.

Wir müssen in den peripheren Regionen Oberösterreichs die Baulandpolitik noch stärker auf die junge, einheimische Bevölkerung abstimmen“, sagt Landesrat Viktor Sigl. Er ist in der Landesregierung für die Raumordnung zuständig. „Die Jungen müssen zu Hause Baugrundstücke zu vernünftigen Preisen in schöner Lage vorfinden.“ Er will heuer dem Landtag eine Raumordnungsnovelle vorlegen, die darauf abzielt, dass es in Abwanderungsgemeinden ein öffentliches Interesse gibt, dass die Jungen in der eigenen Gemeinde ihren Wohnsitz behalten.

Die zweite Strategie, auf die Sigl im Kampf gegen die Abwanderung setzt, sind gezielte Betriebsansiedelungen, damit es genügend Arbeitsplätze gibt. Es werden landesweit fünf Wirtschaftsparks installiert, in denen jeweils rund 1000 Menschen Beschäftigung finden sollen. Der erste wurde im vergangenen Jahr im Raum Perg installiert. Er titelt sich „Wirtschaftspark Machland“ und umfasst drei Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 100 Hektar: Arbing, Baumgartenberg und Perg-Schwertberg-Naarn.

„In diesem Konzept sind auch die Hinterlandgemeinden eingebunden, sie profitieren vom Kommunalsteuer-Aufkommen aliquot ihrer Beteiligung mit. Heuer, 2012, soll der Wirtschaftspark Voralpenland im Raum Wels-Sattledt gegründet werden. 2013 hat Sigl eine Region im Innviertel im Auge, 2014 das Gebiet Enns-Steyr. 2015 soll der fünfte und letzte Wirtschaftspark gegründet sein.

Warum sollen sich Unternehmen in Wirtschaftsparks niederlassen? Sigl: „Parks sind 80 bis 100 Hektar groß und infrastrukturell überdurchschnittlich gut ausgestattet. Sie sind an hochfrequentierbare Datenautobahnen angeschlossen, ähnlich wie Google in Kronstorf. Sie verfügen über entsprechende Bahn- und Straßenanschlüsse und über bimodale Energieanschlüsse (Gas, Strom, Biomasse). Die Baugründe sind sofort verfügbar, jede Form des Baurechts kann genützt werden.“ Im Endausbau sollten 5000 Beschäftigte in den Wirtschaftsparks Arbeit finden, „Pendler werden zu Nicht-Pendlern“.

28 Inkobas

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© Bild: Breineder/Oberösterreichische Landesregierung

In den vergangenen Jahren wurden landesweit bereits 23 interkommunale Betriebsansiedelungen, abgekürzt INKOBAS, gegründet. Sie sind Zusammenschlüsse mehrerer Gemeinden, ähnlich wie bei den Wirtschaftsparks wird die Kommunalsteuer auf die beteiligten Gemeinden aufgeteilt, um einerseits einen gegenseitigen Unterbietungswettbewerb zu vermeiden und andererseits die Zusammenarbeit bei der Flächenwidmung zu gewährleisten. 23 der geplanten 28 INKOBAS existieren bereits, 74 Unternehmen mit 1258 Mitarbeitern haben sich bereits niedergelassen. Insgesamt wurden 130 Hektar Fläche zur Betriebsansiedelung gesichert.

Land bevorzugt

Sigl setzt auf günstige Baugründe und Betriebsansiedelungen.
© Bild: Petschenig/picturenews.at

Sigl ist in Summe optimistisch. „So aussichtslos ist der Kampf gegen die Landflucht nicht.   Wir stehen am Beginn einer Gegenentwicklung, die zu einer besseren Lebensqualität führen wird. Zehn der 13  größten Betriebsansiedelungen  der vergangenen Monate   fanden  außerhalb des oberösterreichischen Zentralraums statt.“
Sigl sieht den ländlichen Raum vor allem in der Freizeitinfrastruktur im Vorteil gegenüber den urbanen Gebieten. Wanderwege, Sportvereine und Feuerwehren seien am Land stark verankert, die Integration in den verschiedenen Gemeinschaften sei eine höhere.

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( Kurier ) Erstellt am 14.01.2012