Chronik | Oberösterreich
17.12.2017

"Der Papst hat sich voll gefreut"

Die Oberösterreicher übergaben im Vatikan das Friedenslicht.

"Viva il papa! Viva Francesco!" Als Papst Franziskus am Mittwochvormittag die Audienzhalle betrat, bran dete großer Jubel auf. Der Argentinier, der heute, Sonntag, seinen 81. Geburtstag fei ert, begeisterte die Tausenden von Gläubigen, die gekommen waren, um ihn zu sehen und zu hören. Hunderte Handys wurden in die Höhe gestreckt, um ein Foto von jenem Mann zu ergattern, der die römisch-katholische Kirche allein schon durch seine Art zu reden und durch seine bescheidene Lebensführung verändert hat.

Es waren auch wieder viele Brautpaare gekommen, um sich von ihm segnen zu lassen. Jedes Paar, das seine Heirat mit einer Urkunde belegen kann, wird zugelassen. Der Lohn: Fast jede Braut wird vom Papst links und rechts abgebusselt, er schüttelt die Hände und spricht den Menschen Mut zu. So manche Braut weint nach der Begegnung, die jungen Menschen sind be- und gerührt.

In der ersten Reihe wartete der elfjährige Tobias Flachner aus Hoch-Ach im oberen Innviertel mit dem Friedenslicht in der Hand auf die Begegnung mit dem obersten Mann Gottes. Begleitet wurde er von ORF-Moderator Günther Hartl, von Bsichof Manfred Scheuer, Landeshauptmann Thomas Stelzer und dessen Gattin Bettina, und von ORF-Generalintendant Alexander Wrabetz. Der Papst nahm sich für die oberösterreichische Friedenslicht-Delegation etwas länger Zeit. Hartl erklärte ihm die Tradition, dass das Licht aus Bethlehem geholt und im ganzen Land verteilt wird. Diesmal über die Pfadfinder auch in Argentinien. "Er hat sich voll gefreut über das Friedenslicht", erklärte Tobias im Anschluß. "Und er hat alle eingeladen für ihn zu beten", sagte Stelzer.

Nach der Generalaudienz fuhr die Delegation in das päpstliche Institut Santa Maria dell’ Anima, das nahe der Piazza Navona im Zentrum Roms liegt. Dort hatte Rektor Franz Xaver Brandmayr, ein gebüriger Marchtrenker, zur Führung und zum Mittagessen geladen. Er hat das etwas herunter gekommende Institut wirtschaftlich saniert und die Gebäude und die Kirche in hervorragender Weise restaurieren lassen. Nicht nur das typisch italienische Essen schmeckte allen, er überzeugte alle auch durch seine geschichtlichen Kenntnisse. Die Institut, das als Pilgerhospitz ins Jahr 1350 zurückreicht, ist ein heute ein Kolleg für Priester, die in Rom studieren. Zudem werden die deutschsprachigen Pilger und die deutschsprachigen Bewohner Roms seelsorglich betreut. Bereits am Dienstag hatte Stelzer mit seinem Gefolge das Vatikanische Geheimarchiv und die Schweizer Garde besucht. Die Gardisten wurden bekanntlich mit neuen Rüstungen aus der Schmiede der Familie Schmidberger in Molln ausgestattet. Abends gab es einen Empfang in der Österreichischen Botschaft zum Heiligen Stuhl, an dem u.a. ORF-Korrespondentin Mathilde Schwabender, Christine Grafinger von der Vatikan-Bibliothek, Gudrun Sailer (Radio Vatikan) und Schwester Teresa Schlackl teilgenommen haben.